Juli 1515.
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Lanzen in Lyon eingeritten, der Plan gehe dahin, über das Gebirg und gegen die Unsrigen zu rücken.Vom Herzog von Savoyen begehren die Franzosen Durchzug und Speise und nachdem er es ihnen abge-schlagen, haben sie mit Beschädigung und Brand gedroht, weßhalb er bitte, gutes Aufsehen auf sein LandZu halten. Diese Warnung nebst Allem, was auf diesem Tag der Rüstung und der gemeinen Vereiuungwegen gehandelt worden ist, wird den Unfern im Feld eilends mitgetheilt, mit dem Begehreu, uns stetsauf dein Laufenden der Ereignisse zu halten, damit wir uns weiter zu benehmen wissen, v. Da dieserTag zu dem Zweck einer endlichen Elitschließung über den Beitritt zu der zu Rom beschlossenen gemeinenVereiuung angesetzt worden ist, so hat man die Antworten der Orte gegenseitig eröffnet. Die meisten erklären,sie blieben der Vereinung lieber fremd; da aber die Zeitläufe so bedenklich und Niemand wissen möge, welcheFolgen das Ausschlagen des Veitritts nach sich ziehe, namentlich ob die Fürsten auf andere Weise uns Hiilfeleisten würden, auch der Beitritt von den Unfern im Feld in besondern Schreiben an alle Orte dringendgewünscht wird, so haben alle Orte, mit Ausnahme von Schwyz und Nidmalden die Vereinung mit Erläu-terung und Abänderung der Artikel, worüber wir uns beschwert hatten, angenommen und zugesagt undsolches in Eile dem heil. Vater, kaiserlicher Majestät, dem König von Spanien und dem Herzog von Mailandwitgetheilt, damit sie kraft dieser Vereinung mit Leib und Gut den Unfern im Feld unverzüglich zu Hülfeziehen. Eben weil die Sache große Eile hat, haben wir beschlossen, nur einen Brief, im Namen der Städtevon Lucern und im Namen der Länder von Uri besiegelt, aufzurichten, wodurch wir bekennen, in diese Ver-einigung eingetreten zu sein. (Beilage 29 Ii.) Dagegen haben der Herr von Verulau sammt den Botendes Kaisers, des Königs von Spanien und des Herzogs von Mailand uns auch eine Verschreibung gegebenund für ihre Herreu versprochen, die Vereiuung sammt den abgeänderten Artikeln getreulich zu halten unduns unverzüglich darüber die erforderliche Verschreibung zu verschaffen. «R. Schwyz wird empfohlen, durchden Vogt im Argau die Verhältnisse des Zolls zu Villmergen und dessen Ertragenheit ermitteln zu lasse»und darüber uns zu berichten. „Der ander Vszug": Jeder Bote weiß, was abgeredet ist „von einernüwen vnd andern Rüstung" und wie darauf unfern Vorländern und Herrschaften sammt Abt und StadtSt. Gallen, Wallis und Graubündeu eine Zahl Volkes zu stellen auferlegt ist, nämlich: Sargans 100 Mann,Rheinthal 200 Mann, Thurgau 600 Mann, Baden Stadt und Grafschaft 180 Mann, Waggenthal 150Manu, Mellingen 100 Manu, Graubünden 1500 Mann, Wallis 2000 Mann, Abt von St. Gallen 600 ManuStadt St. Gallen 100 Mann. A Die Boten von Zürich sollen verschaffen, daß das Urtheil zwischendem Abt und der Stadt St. Gallen aufgerichtet und sammt den eingelegten Briefen und Freiheiten jedemTheil zu Händen gestellt werde. A» Auch weiß jeder Bote, wie mit dem kaiserlicheil Orator vn. Wilhelmvon Reichenbach geredet ist, daß Se. kaiserliche Majestät nun „dalame" nach seiner Verpflichtung durch dieErbeinung und genieine Vereinung mit Geld, Geschütz, Reisigen und Andern: ernstlich ausrücke. Daraufhat der kaiserliche Orator versprochen, das mit allein Fleiß an seinen Herren zu bringeil, das Geld werdevom Erzherzog Carl bereits erlegt sein, wenn nicht, so wolle er beim Kaiser bewirken, daß selbes unver-züglich nach Zürich gelegt und ausgerichtet werde. Lö» Nachdem die meisten Boten dieses Tages schonabgereist waren, ist von den Unfern iin Feld ein Brief eingelangt, worin sie sich sehr mißfällig aussprechenüber das von uns den Franzosen gegebene Geleit und abermals begehren, daß die gemeine Vereinungangenommen werde, wovon sie großen Trost und Hülfe erwarten; sie seieil Willens, das-Geleit nicht zugestatteil, sondern gegen den Feind zu ziehen, der mit großer Macht in ihrer Nähe liege.
Schaffhansen datirt: Montag nach Ulrici (9. Juli).