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3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
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April 1515.

Haus und in der Freiheit (Freiung) daselbst, sind die Parteien auf die acht Orte der Eidgenossenschaft zuendlichein Rechten gekommen. Die Boten derselben sind auf diesen Tag bei beiden Parteien in der StadtSt. Gallen erschienen mit Vollmacht, sie um solchen Span in der Freundschaft zu vereinigen oder rechtlichzu entscheiden. Nachdem sie Klage und Antwort, Freiheiten, Sprüche und Vertragsbriefe bis zu endlichemRechtsatz angehört, die Güte versucht, aber an den Parteien nicht gefunden haben, haben sie darauf erkannt,weil die Acten weitläufig und die Sache schwer und des Nachdenkens bedürftig sei, wollen sie den Handelheim an ihre Obern bringen und deren Rath einholen und haben deßhalb einen andern Tag angesetzt aufden Pfingstmittwoch (30. Mai) nach Einsiedeln, um dort dann den endlichen Rechtsspruch zu geben. Kund-schaften mögen auf jenem Tage mündlich gestellt oder mittlerweile schriftlich, je von einer Partei in Gegen-wart der andern, aufgenommen werden.

«OS.

Luce r n. t 31Z, 25. April (vff Saut Marx Tag).

Staatsarchiv Lucern: Allgemeine Abschiede, I?. 30. Staatsarchiv Zürich: Abschiede, VI. A '!ü. Staatsarchiv Bern: AllgemeineEidgenössische Abschiede, I'. 63^ Archive Schwyz, Solothuru, Schaffhausen.

Dieser Tag war angesetzt, um vielerlei Händel auszutragen. Nun ist aber auf St. Marx AbendJunker Albrecht vom Stein eilends ans Mailand gekommen mit der Nachricht, der Herzog von Genua habemit dem König von Frankreich einen Frieden gemacht, worin, wie man sicher wisse, beschlossen sei, daßGenua dem König zu allen seinen Händeln und Geschäften offen stehen soll, auch daß erdie Lanternenwider buwen möge", was alles geheim bleiben soll bis Ende Mai, wo dann Genua eingenommen unddiesem Vertrag statt gethan werden soll. Dafür habe der König dem Herzog von Genua jährlich 10,000Kronen zu geben und 100 Glene zu seinem Dienst zu halten. Der Herzog von Mailand und der Cardinalvon Sitten, nachdem sie von dieser Verabredung Kunde erhalten, haben Herrn Albrecht vom Stein in Eilein die Eidgenossenschaft geschickt, um Knechte zu erhalten, mit denen sie unter Beihülfe der vertriebenenGenueser und ihres Anhangs in der Stadt sich Genuas zu beinächtigen und den Anschlägen des Königszuvorzukommen gedenken. Hierauf haben die Boten dieses Tages erkennt, man soll 4000 Knechte ausziehenund hineinschicken, welche zunächst nach Novara gehen und von da allweg den nächsten Weg einschlagensolle»; die Vertheilung dieser Zahl unter die Orte wird gleich gemacht wie beim ersten Zug nach Novara.Dein Herzog von Mailand wird geschrieben, daß er das Geld zur Bezahlung der Knechte nach Laut derVereinung bereit halte. Im Uebrigen soll Jedermann die Seinen zu Hause behalten und soll man auf demTag zu Bcrii, auf welchen alle übrigen Geschäfte verschoben werden, von weitem Anschlägen reden, l». Lucernund Uri sollen den ausgezogenen Knechten zwei redliche, tapfere Männer nachsenden, welche als oberste Haupt-leute mit den andern Hauptleuten dieses Kriegsvolk führen und regieren sollen, wie sich nach Gestalt derSache geziemt. «. Jedermann soll die Seinen, welche nicht ausgenommen und zu diesem Auszug verordnetsind, warnen, sich demselben anzuschließen, denn der Herzog von Mailand will solchen gar nichts schuldigsein. Es soll auch keineFreiheit" ziehen.