Druckschrift 
3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
Entstehung
Seite
215
Einzelbild herunterladen
 

April 1503.

215

Der Bericht zwischen dem Küng von Frankrich vnd gemeinen Eidgnossen.

„Vergriff vnd Artikel zu bericht vnd hinlegung der kriegklichen vffrur zwischen der k. M. von FrankenrichZc. als Herzogen zu Moyland Eins, vnd den dryen Ländern Vre; Swiz vnd Vnderwalden nid dem Wald alsHauptfächern, vnd minen Herren, gemeinen Eidtgnossen von Stetten vnd Ländern mitsampt Iren pundgnoffenvon Rottwil, Sant Gallen, Appenzell, den dryen pünden in Churwall vnd allen andern gemeiner EidtgnosschaftVerwandten, vnderthanen vnd zugehörigen, wie die namen haben, andersteyls, Bellenz halb zc. erwachsen, durchmin gnädigen Herrn von Sitten vnd Herrn Vlrichen, fryheren zu hohen Sax als früntlich vnderthädinger zubereden fürgenomen.

Zum ersten, das der küng den dryen ländern frylich vbergeb, zulaß vnd Jnandtwurte Statt, Schloß vndgrafschaft Bellinz mit Höchen vnd nidern gerichten, grund vnd boden, zwingen vnd bännen, so wyt die langendvnd richend, vnd gantz mit allen andern herlichkeiten, fryheiten, ehaften, rechten vnd zugehörden, so von alterhardarin vnd darzu gedienet habend, vnd darzu ouch die zwöy dörfer Dson vnd Medelia enet dem Btont Kenelgelegen, die von alterhar nit darzu gehört haben vnd aber durch den küng den dryen ländern vff ir bitt vndbeger zugelassen sind, also das der küng für sich vnd siner Mayestat ewig nachkamen, Herzogen zu Meyland, sichgemelter Statt, Schloß vnd Grafschaft Bellenz vnd der jetzgemelten zwöyen dörffer entziehen vnd die gedachtendrü länder deß alles mit genügsamen brieffen vnd Quotierungen in rüwig posseß insetzen vnd demnach sineMaiestat noch dero nachkamen am herzogthumb Meyland, für vnd für, darzu noch daran wyter kein recht, vordrung,Zuspruch noch ansprach niemer thun, gewünen suchen noch haben füllend in keyn wyß. Doch diewyl gemelte Stattvnd Schloß Bellinz von dem Heilgen rich zu lehen harürt, das künglich M. von Frankrich sölichs in ander wägan dem herzogthumb Meyland keinen Schaden, Mangel, Jrung oder Verletzung bringen oder gebären, sonder diedrü ort schuldig sin sollen, solichs Lehen in Ir selbs kosten vom heiligen rich zu erfolgen.

Zum Andern, das die k. M. von Frankrich förderlich vnd an allen Verzug Ir vollmächtig botschaft zu minenHerren den Eidgnossen vertigen vnd mit denen erlütern, vsirichten vnd confirmieren sölle die Capitel vnd darzuall vnd jeglich priuilegien, fryheiten vnd begabungen, so sy vnd Ir mitverwandten, vnderthanen vnd zugehörigenvon wilend Herzog Ludwigen Sfortia vnd allen andern sinen vorfaren, Herzogen zu Meyland, je gehept habend,es syx vmb Zoll vnd geleyt, in kouffen vnd verkouffen oder sunst in ander fug, wie die namen mögen haben,vnd das ouch in sölichen gedacht, gemeint, verfangen vnd begriffen fin söllen alle die, fo den gedachten dry ortenals Hauptfächern vnd demnach gemeinen Eidtgnossen als Iren Helfern verwandt vnd zugezogen vnd mit IrenZeichen by Inen zu veld gelegen find.

Zum dritten, als angezöugt werden vilerley vordrungen, zuspruch vnd Ansprachen, so min gnädiger Herrvon Chur, die drü länder, ouch etlich von Bellinz, desglichen die von den den pünden in Churwal vnd anderfundrig Personen den jetzgemeldten parthyen verwandt, wer die sind, an die künglich M. vermeinen zu haben, Istberedt, das dieselben ansprecher all, wer vnd wohar die sind, künglicher M. oder Iren Statthaltern, Comissaryenvnd gewalthabern erscheinen vnd fürbringen söllen Ir vordrung, ouch Ir brieff vnd gewarsame, so ein Jedervmb das sin hat, vnd das nach verhör eins vnd des andern Clag, vordrung vnd gewarsame der gemelt Herküng die selben ansprächer in billichen gestalten abtragen vnd contentiren sölle. Vnd ob si aber in söllichem nitverkomm vnd Eins werden möchten, das dann sölich spänn, vordrung vnd ansprachen nach lut vnd sag der altenKapiteln gerechtfertiget, entscheiden vnd vßtragen werden söllen, an alles verrer sperren, irren vnd widersprechen.

Zum Vierden, ob in mittler zyt, als diser Span vnd vnruw zwischen k. M- von Frankenrich vnd dengenannten dryen ländern erwachsen ist, vff die gemelten Statt, Schloß vnd Grafschaft Bellinz oder die erbern lüttbann gesessen oder sunst dazu gehörig, einicherley nüwrung, es wäre mit beschwärung zoles, gleyts oder in andermm)in, in was gestalten oder an welichen Enden des herzogthumb Moylands das beschechen sin möcht, erdacht,fürgenomen vnd vffgesetzt weren, das dieselben nüwrungen vernicht, hin vnd ab sin vnd die gemelten von Bellinz