Druckschrift 
3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

April 1500.

„In dem namen der hochgelopten Trifaltikeit, Gott Vatters, Suns vnd heiligen Geists, amen. Wir dieBurgermeister, der Schultheiß, Ammann, rät vnd burger diser nachbenempten Stetten vnd lendern der Eignoschaftgemeinlich, mit Namen Zürich, Bern, Luzern, Uri, Swiz, Vnderwalden ob vnd nid dem kernwald, Zug mit demvßern ampt, so darzu gehört, Glarus, Friburg vnd Solotturn am einen vnd wir burgermeister, rat vnd dieburger gemeinlich der Statt Costenz dem andern teil, bekennen offenlich vnd tund kund aller menklich mit disembrieff, das wir beidersit angesechen vnd betrachtet haben sölich trüwe, liebe vnd früntschaft, so unser vorder» vndwir lange zit mit einander» gehept vnd harbracht haben, vnd vmb das dieselb früntschaft zwischen vns enthaltenvnd gemeret werden mög, ouch dem hl. rich zu lob vnd ere vnd durch nuzes, schirms vnd fridens willen libs vndguts vnser beider teilen, ouch gemeins lands, so haben wir dise nachgeschriben früntschaft vnd ewige vereynungfür vns vnd all vnser nachkamen, die darzu mit namen ewigklich verbunden sin söllen, gegen ein andern angenom-men, zugesagt vnd beschlossen, hienach vnwendenbar vnd unverletzt Mit guten trüwen stet vnd vest ewiglich zehalten, Nämlich das wir obgeschriben beid teil, alle die Vnsern vnd die zu vns gehören oder vcrwant ^ind, vnsbeidersit zu einander versechen vnd halten solen guter vnd getruwer nachpurschaft, ouch eins früntlichen vnd gutenwillens setz hinfür vnd zu allen ziten mit Verfolgung eins veilen kouffs vnd verkouffs nach beider teilen notturftvnd vermögen vnd gerüwigen wandels zu vnsern guten vffrechten vnd erbern Handtierungen vnd gescheften,getrüwlich vnd vngefarlich.

Vnd das wir obgenanten von Costenz noch die vnsern weder durch vns selbs noch ander wider gemeinEidgnoschaft StÄt vnd lender obgemelten noch die Iren oder die so zu Inen gehörig oder verwant sind, gemein-lich vnd sundcrlich, kein vecht, krieg noch handlich beschüdigung fürnemen, üben, noch andern, welich die weren,durch vnser Statt oder gebiet zu tund wissenlich gestatten söllen. Glicherwiß dz wir obgemelten EignoschasllStett vnd lender gemeinlich vnd sunderlich, weder durch vns selbs noch die Vnsern oder die so vns zugehörigoder verwandt sind, wider die vorgenannten von Costenz gemein oder Jr Statt oder die Iren, noch durch diesel-ben Jr Statt vff jemands andern kein krieg noch handtlich beschedigung üben, fürnemen, noch jemands anderndurch vnser Herschaft, land vnd gebiet also zu tund wissentlich gestatten. Es söllen ouch wir obgemelten beidteil,noch die vnsern oder die so zu vns gehören, niemands den andern, so in dieser Vereinung begriffen ist, verHeften,anuallen noch verbieten, dann vmb gichtig geltschulden oder darumb vnargwenig brieff vnd sigel geben sind.

Vnd ob sich hinfür zwüschen vns vorgemelter beiden teilen, den vnsern oder denen, so vns zugehörig oderverwandt sind, wider einanderen einich span, vnwill oder zweytracht erHuben, wovon dz kem, so sol doch darumbvon dewederm teil gegen den andern nütz vnfrüntlichs noch schedlichs fürgenomen noch gebracht werden, sundersich jeder teil nachgeschribner rechtverdigung vnd vßtrags benügen lassen, vnd nämlich also:

Weren die vorgemelten Stett vnd lender der Eignoschaft gemeinlich oder einich ort sunderlich, die vnsernoder die so zu vns gehörig oder verwant find, zu den vorgenanten Burgermeistern, Rat vnd gemeiner StattCostenz oder wir dieselben Burgermeister vnd Rat der Statt Costenz oder die vnsern vnd die so zu vns gehörigoder verwandt sind, zu den obgemelten Stetten vnd lendern der Eidgnoschaft gemeinlich oder einich ort sunderlichvordrung, zusprach oder stoß gewunnen, vmb wz fachen das were, darumb wir gütlich nit vertragen werdenmöchten, so sol allweg der Cleger die angesprochene party ersuchen, betagen vnd fürfordern gen Frowenfeld,Stein oder Wil in Thurgöw, an welichs ort diser dreyer Stetten der Cleger wil, vsf einen nämlichen vndbestimpten tag, dahin dann beid teil bei den pflichten dieser vereinung on all vßzug vnd widerred komen vnddaselb's jetweder teil zwen erber vnd vernünftig leyst man als zusez in dz recht sezen; dieselben vier am erstenvon Iren Obern aller eiden vnd gelübde (bis )zu volendung diß rechtens erlassen werden vnd dann liplich Epdzu gott vnd den Helgen sweren söllen, solich fach vnd stoß vnverzogenlich mit recht nach Jr gewüssen vnd bestenverstentniß vßzerichten, also dz sölich nach verhörung clag vnd antwurt, red, widerred, dem rechtsaz vnd andern^so für sich tragen vnd rechtlich zugelassen wirt, mit Jr vrteil geendet vnd vßgesprochen werd in Monatsfrist, dem