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3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
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Privatstreitigkeiten, welche die Boten der Eidgenossen theils als Vermittler, theils als Oberherrender gemeinen Vogteien abgaben, finden sich selten in die Abschiede aufgenommen, bisweilen sindsie gar nicht darin berührt und konnten nur bei zufälliger Auffindung in die Acten der betreffen-den Tage einbezogen werden. Es läßt sich nicht bezweifeln, daß die Durchforschung localer Archiveselbst kleinerer Ortschaften nach letzterer Richtung noch manchen Beitrag liesern könnte.

Die vollständigsten Abschiedesammlungeu und das reichste nebenherlaufende Actenmaterial fürdiese Periode enthalten die Staatsarchive von Zürich, Bern und Lucern, auf welche sich auchvorzüglich die Bearbeitung gründet. Eine sehr vollständige und wohlgeordnete Abschicdesammlungbesitzt auch das Archiv von Schaffhausen. Dagegen ist für diesen Band mehr als für jedenandern der Untergang des Archivs von Uri durch den Brand von 1799 zu beklagen, da diesesLand in den enetbirgischen Verwicklungen eine wichtige Stelle einnahm. Die Archive von Tessinund Wallis, welche in dieser Beziehung ebenfalls manchen Beitrag liesern könnten, sind noch zuwenig geordnet und bearbeitet, als daß sich aus denselben für die Bearbeitung dieses Bandeswesentliche Hülfsmittel hätten ziehen lassen.

Unter den einheimischen Druckwerken, welche für diese Periode in Betracht kamen, verdientdie Chronik des Valerius Anshelm besondere Erwähnung. Die Acten des Bernerarchivs erscheinenin derselben in ziemlicher Vollständigkeit und Zuverlässigkeit verwendet.

Von den 41 zu diesem Bande gehörenden urkundlichen Beilagen konnten einige wenige nichtnach den Originalien abgedruckt werden, weil diese entweder nicht mehr vorhanden oder demBearbeiter nicht zugänglich waren. In solchen Fällen wurden jeweilen gleichzeitige Abschriftenbenutzt, welche den möglichsten Grad von Zuverlässigkeit darzubieten schienen.

Dem Bande ist, wie den srühern und nachfolgenden, die Fürstentafel dieses Zeitraums,ein Verzeichnis; der in den Abschieden genannten eidgenössischen Boten und der Orte, wo dieTagsatzungen, Konferenzen w. gehalten wurden, und endlich ein dreifaches Register der Materien,Orte und Personen beigegeben. Aus den urkundlichen Beilagen, die doch von jedem Forscherganz gelesen werden müssen, sind nur die Hauptmomente in den Registern berücksichtigt, währendin Beziehung auf den Text der Abschiede dießfalls die möglichste Vollständigkeit angestrebt wurde.

In der Direction der Herausgabe der altern eidgenössischen Abschiede hat während der Be-arbeitung dieses Bandes ein Wechsel stattgesunden. An die Stelle des verstorbenen Herrn eidge-nössischen Archivars Krütli trat noch vor dem Beginn des Druckes dessen Nachfolger, Herr eid-genössischer Archivar I. Kaiser, dessen gefällige Mitwirkung der Bearbeiter bestens verdankt.

Lucern, im November 1869.

S.