664 August 1546.
Zu v. 1546, 2. August. Aufgenommene Kundschaft: Marx Röist sagt, als er nach Rom gekommen,sei er von Hieronymus Frank zu Gast geladen worden und mit Peteronio Grebel und Andern zu ihmhingegangen. Unter andern Gesprächen habe Hieronymus Frank gefragt, wie viel Leute die von Zürichins Feld stellen könnten. Auf das habe der Zeuge „auch miner Herren zn gefallen" erwiedert, sie vermöchten30,000 Mann zu stellen. Darauf bemerkte Frank, die Eidgenossen müssen innerhalb eines Jahres einenHerrn haben; auf welches Röist entgegnete, das geschehe nicht, bevor man Alle todtgeschlagen und keinenHund auf der Gasse mehr am Leben gelassen habe. Darauf Frank: Es werde das ohne Schwertschlag erfolgen-Es sei „jetzt" zu Weihnachten ein Jahr, seitdem dieses Gespräch erfolgt sei. Peteronio Grebel bezeugt derHauptsache nach das Gleiche. St.A. Zi>r>-h: A. Schmauaiderkn-g.
Zu « und k. 1) Das hier angeführte Breve (man vergleiche übrigens den Abschied vom 5. Juli, Notezu i 3) glauben wir in Folgendem zu besitzen:
Den geliebten Söhnen der XIII Orte der Eidgenossenschast hoher deutscher Laude, den Beschirmern derFreiheit der Kirche, Gruß und apostolischen Segen. Ungeachtet die Eidgenossen und der heilige Stuhl durchalte Liebe, die vielfach bethätigt worden sei und beiden Thcilen zum Vortheil gereicht habe, verbunden sind,haben dennoch arglistige, geschwinde und aufsätzige Menschen, Umstürzer der Gesetze und der guten Sitten,der heiligen allgemeinen apostolischen Religion und des Gottesdienstes, unternommen, sie zu trennen. Diesenhabe der falsche Feind des Menschengeschlechtes so vielen Vorschub geleistet, daß Einige jenes Landes, aufdas der Papst am meisten vertraut habe und das ihm das liebste sei, von ihm abwendig gemacht wurden.Diesen Verlust beweine der Papst ohne Unterlaß und bitte Gott Tag und Nacht, daß er die Verirrtenwieder zurückführe. Dank der Gnade Gottes sei ein guter Theil bei dem Glauben und der Kirche erhalte»worden, dem Gott von seiner Weisheit eingegossen habe und durch welchen die andern um so eher wiederzum rechten Verstände kommen und zum Glauben der Väter sich wieder hinneigen könnten. Ein Zeichen,daß dieses geschehen möchte, sei der unter den Eidgenossen, ungeachtet der Zwiespalt in der Religion schwerenAufruhr erregt hatte, nun herrschende Friede. Gleich von Anfang seines päpstliche» Amtes an habe derPapst Alles versucht, dieser Zwietracht und diesem ketzerischen Absöndern zu begegnen, mit Schreiben, Er-mahnen und Warnen. Da das nicht ausreichte, die ketzerischen Gemüther zu stillen, so habe der Papst dasoberste und größte Mittel an die Hand genommen, nämlich die Berufung eines allgemeinen Conciliums derganzen Christenheit. Da der falsche Glaube der Ketzer hauptsächlich in Deutschland aufgesproßt sei, so habeer das Concil nach Tricnt angesetzt, einer Stadt deutscher titechte und deutschen Landes, damit diese (Deutschen)bequemer dahin kommen, sicher da verbleiben und, wenn sie wollen, ihre „pari schirmen möchten". Billigdurfte man hoffen, daß einem solchen Concil, dem jeweilen alle christlichen Könige und Völker die höchsteEhre bewiesen, dieser Versammlung der Bischöfe aller Länder, die durch Eingebung des heiligen Geistes überden Glauben verhandeln, sich niemand entziehen werde. Diese Hoffnung hege der Papst noch mit Bezugauf die Eidgenossen und benütze den unter ihnen herrschenden Frieden als einen ihm von Gott gegebenenAnlaß, um ihre Gemüther wieder in Gott und mit dem Papst zu vereinigen. Das geschehe, wenn die treuGebliebenen mit demselben Willen zum Gehorsam an dem Concilium theilnchmen und diejenigen, welche nichtaus eigener Schuld, sondern weil sie sich zu leicht überreden ließen und glaubten, was auch guten Leutengeschehen kann, (sich verirrten), dem vom heiligen Geist regierten Concil nicht widerstreben, noch dasselbeverachte». Zu diesem Concil, als zu einem himmlischen Rath, dem jeweilen Gott vorgestanden, zu kommen,lade und ermahne der Papst, wie das schon früher geschehen, die Eidgenossen mit allem Ernst seines Gemüths.Wider alles Erwarten seien nun unter den Deutschen nicht wenige, die sich Fürsten nennen, welche die höchste,ja mehr göttliche als menschliche Gewalt des allgemeinen Concils derart verachten, daß sie demselben nichtnur fern bleiben, sondern es mit schalkhaften Schmachreden lästern und sprechen, sie kehren sich au die Gesetzeder Concilien nicht. Das schmerze den Papst sehr, denn der aufgeblasene Ungehorsam der Verdorbenennöthige ihn zum äußersten Mittel, nämlich sich nach Gewalt und Waffen umzusehen; sein Hirtenamt ertragenicht länger den Verlust so vieler Seeleu, die vom ketzerischen Gifte verderbt werden, und seine oberste Würde