654 Mai 1552.
lassen. Als nämlich der König den Zug von Zabcrn herab genommen, seien der Stadt Straßburg, da ihreGesandten in Ungnade von ihm abgeschieden seien, zwei Dörfer verbrannt und einige geplündert worden!die Stadt Hagenau sei eingenommen worden und des Königs Kriegsvolk liege um dieselbe herum! diegemeine Sage gehe, der König werde auf Speier ziehen. Die Meinung der Regierung und der Ausschüssedieser Lande und der drei Städte sei daher, die Boten wollen zur Verhütung vielen Anraths und weil dieEidgenossen hierin vielen Ansehens genießen, sofort an den Hof und in das Lager des Königs vorreiten undihren Auftrag verrichten. Das haben die Boten nicht abschlagen können! sie forderten jedoch, daß dieGefangenen unentgeldlich freigegeben werden, wofür die Gesandte» von Basel Hoffnung gegeben hatten. Dashabe die Regierung zugesagt und es sollen diese Gefangenen, „dero von anderthalb hundert noch vier fürnemergewäsen, darunter ein houptmann von Salzburg", heute auf gewöhnliche Urfehde ledig gelassen werden.Hiefür haben die Boten von der Regierung, nämlich von dem Landvogt und dem Kanzler, einen genügendenSchein erhalten, um denselben beim König und wo es nöthig sei, vorweisen zu können. Die Boten werdenalso morgen früh mit zweien vom Adel, welche die Regierung ihnen beigeordnet habe, nach Colmar, Schlettstadtund Straßburg, und dann mit dem genannten Boten von Basel zum König verreitcn, um ihren Auftragso gut als möglich zu verrichten. In' diesen österreichischen Landen höre man von keinen Rüstungen, außerdaß hier zwei Fähnchen Landsknechte liegen, die an der Stadt schanzen und sich zur Gegenwehr rüste»!ebenso soll auf heut „Hat otmar von Thönen" ein Fähnchen zu Rheinfelden mustern lassen. Im NamenAller siegelt Hans Escher.
St. A. Lucern: Acten Frankreich. — St. A. Zürich: A Frankreich. — L. A. Schwyz: Abschiede. — K. A. Schaffhausen: Correspondenzen.
2. 1552, 26. Mai, Ensisheim. Hans Eschcr an Zürich. Gemäß dem letzten Schreiben seien die Gesandten(„wir") von Ensisheim nach Straßburg geritten und haben da erfahren, wo der König zunächst gefundenwerden möchte. Als sie nach Hagenau gekommen seien, habe der Rheingraf mit seinem Regiment den Zugwieder nach Zaber» genommen. Die Gesandten seien dann dem Nächsten nach nach Zabern gefahren, woselbstder König am letzten Donnstag (23. Mai) durchgeritten sei und sein Lager eine halbe Meile vor der Stadtaufgeschlagen habe, wohin die Gesandten sich gemäß erhaltenem Bericht verfügten. Gleichen Tags seien sievom König angehört worden, der ihnen willfährige Antwort gegeben habe. Die bezügliche Verhandlunghaben sie dann im Heimreisen den Städten Straßburg, Colmar und Schlettstadt mitgetheilt, die damit wohlzufrieden gewesen seien. Heute morgen werde der Landvogt und die Regierung zu Ensisheim ihren Bericht ebenfallsentgegennehmen i man glaube, sie werden sich auch befriedigt finden. Dann werden die Gesandten wiederheimkehren und daselbst ihren Obern des Weitern ihre Erlebnisse mittheilen. (Bericht über Kriegsverhältnisse).In dem Vortrag, der die Stadt Rotweil betroffen habe, haben die Gesandten etwas „uszubringen" beglaubt.Der König habe sich aber „erzeigt", als ob die „bemelten" Fürsten noch «guten glouben haltind", obwohldas Gerede anders gehe, wie das dann mündlich eröffnet werden könne. St.».Zürich: ».Frankreich.
Alan sehe die Note zum Abschied vom 29. Juli 1552, bezüglich den Bericht vom 27. August 1552.
220.
Sokot!)urlt. 1552, 21. Mai (Samstag vor der Kreuzwoche).
Staatsarchiv Luccrn: Uiieingebunde»! Abschiede.
». Zufolge der iu Baden bescheheueu Beredniß erscheint Martin Sesiuger, Bürgermeister und des Rathszu Freiburg, als Gesandter der heimlichen Näthe daselbst, vor den heimlichen Rathen der Stadt Solothurntlnd eröffnet: Seine Herren haben zuverlässigen Bericht, wie die von Bern „villicht" iin Sinne haben, wenn