August 1524, 485
Zusicherungen Glauben zu schenken, so bitte er nun, sich dabei zu beruhigen, daß sie unfehlbar befriedigt werdensollen. Wenn die von General Morelct anerbotcnc Gcisctschaft ihnen nicht genügen sollte, so habe er Edellcutcvon gutem Hause genug, die er ihnen bis zur Vollendung der Zahlungen schicken würde, wiewohl er hoffe, daß sievon solcher Strenge keinen Gebrauch innchen wollen, zc. Den Aufbruch von eidg. Knechten begehre er nicht ansMangel an Leuten, sondern aus ganz besondcrm Vertrauen zu ihnen, und weil er gedenke persönlich mitzuziehen,s°daß sie zur Deckung seiner Person dienen sollten; wenn ihm diese Werbung verweigert würde, so müßten darausZweifel entstehen an der Freundschaft zwischen ihnen und ihm, was keinem Thcil Vortheil brächte; darum bitte
sie, die Folgen wohl zu bedenken; denn er werde niemals etwas unternehmen, das ihnen Anlaß gäbe zu ver-muthen, daß er dem Bündnis; nicht gänzlich nachleben wollte, das er vielmehr für das beste und wichtigste halte;er bitte also, keinen Zweifel und keine Schwierigkeit aufkommen zu lassen, .'c. K.A.Fmbmg: A, Frankreich.
2) 1524, 10. August, Bern. Morclet und Dnngerant an Lucern. Creditiv für Gabriel Marcelin, in Ge-schäften des Königs. ^ A. Lucern: Missivcn der franz. Könige (deutsch).
3) Bemerke die Basier Instruction:
„Wann des Königs botschaft erforderen wirt, ob man im die vj>» knecht geben well oder nit, sollen unsereKotten vor allen dingen sich in still zno des Königs botschaft versiegen und an ir erkunden, ob uns der Königd'c gmein und offenlich Pension hinfüro well geben, wie wir die forderen, und so er das thnon will, daß unsdann dcßhnlb glaublicher schin durch brief und sigel nfgericht und behändigct werd; alsdann sollen unsere Kotten"" die knecht Int der verein nnsers teils znosagen, So aber die botten des Königs mit halbem scgcl farcn (und)
zwyspeltigc Meinung fürhaltcn wellten, alsdann sollen unsere botten nüt endlichs znosagen, sonder daSselbig"> ircm abscheid wider hindcr sich an uns bringen. So aber des Königs botschaft uns die Pension, mit namcndie heimlich, nnscrm begcren nach zno geben verseile, mögen unsere botten im wol sage», wir achten, de» .tlönigheiz u„s „it gcrn in der verein". . . „So dann ouch des Königs botschaft uns mit der Pension, nmb daß erd'e nit zalen dürft, nf die ansprach der mnrgrafschaft ivysen rvellt, füllen unsere botten (das) nit nnncmcn, snndcrvs bezalung der Pension dringen, doch darby dasselbig anbringen nit verachten und deßhalb mit ir ernstliche redhalten (und) das wider hindcr sich an uns bringen." K. A. Bas-r. susHi-d-.
4) Im Bcrncr Tcutsch Sprirchbuch 671, 672 findet sich der Wortlaut einer bezüglichen (lateinischen)^chuldvcrschreibnng des Königs, in welcher als Mitschuldncr für sich selbst und ihre Erben genannt werdenAntoine Du Prnt, Canzler, Rennt von Savoycn, Grandmaitre, der Admirnl (Bonnivct?), Herr von Lalremouillc,A- de Montinoreney, Marschall, und General Morclet. Als Frist der Zahlung ist Ende November (tosliv. Lmioti^uäroao) bezeichnet. Der Act trägt kein Datum, muß aber in die ersten Tage September fallen.
Zu 2. lieber die hier berührte lluterhandlniig der drei Städte mit dem König von .zrankreich gebenvorläufig folgende Acten die nöthigc Auskunft:
1) 1524, 23. Juli (Samstag vor Jacobi). Bern an Solothurn. Eine beglaubigte Botschaft der FrauPrineessin habe angezeigt, daß der Prinz in Gefangenschaft gerathen sei, und die Bitte gestellt, daß man sichdoi dem König für ihn verwende, die sie in Solothurn auch vorbringen werde. Da dieses Gesuch nnversänglich
sodaß der König und Andere darüber keinen Verdruß empfinden werden, und da sich die Prineessin bioherden Angelegenheiten der Eidgenossen als willig und gefällig erwiesen, so habe man ans Nachlassen und Ersuchenvon Seiten Frcibnrgs entsprochen und den Ritter Caspar von Mülincn zu dem König abgeordnet, was manhicmit melde, damit Solothurn gleichförmig zu antworten wisse, :c. s.. A. B»»: T-W-h MW«. i>. r. 2?.,».
2) 1524, 25. Juli (Jaeobi), Solothurn. „Es ist vor nunc» Herren erschinen der Abt von MontmarieUnd ein Trcsorier miner frow Prineessin und haben von derselben fronen wegen angebracht, nachdem ir sun durch
Küngcj amvält fänklich ergriffen, und darnf begert denr Küng zno schribcn, daß er nit in ein schwer sänknußRlegt werde, nngcsechen sin krankhcit, so er kürzlich gchebt, und nit in ein thnrm oder knnnc», snnders daß er^ur garten und spazicrnng mög haben, deßgelpchen drp oder vier cdellüt, die im gcsellschast mögen halten, und
iro nachgelassen werde, zno im botschaft ze schicken, und dcnne ein botten begert, der mit der andren zweierStetten botten hinyn zum Küng rrstc. Ward bewilliget von innren Herren."
K. A. Solothurn: RatlMnch Nr. 12, p. 217, 213.