Juli 1524,
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HUT
Zürich. 1524, 16. Juli (Samstag nach Margarethen).
Tlaatsaichiv Lucer»: Acten Reli^ioiiShändel, Dtnnlonlchiu Zlllicl,: Abschiede Vd. 9, k. 70—7», DtanISarchil, Bern: Kirchlich- Angrlcgcicheitc».jta»«»»Sarchiv Frciburg: Acte» XMiirv« rbä°r»I>-s. KaiitoiiSnrchiv Dolothur»! Abschiede Bd. XII.
Gesandte: Bern. (Sebastian vom Stein). Lucern. (Bogt Hug; Joh. Hnbcr). — (Die übrigen nichtbekannt).
I- Hauptinhalt des Vortrags der Boten von den zehn Orten. 1. Zürich merde »och nicht vergessen haben,""e die Eidgenossen vor einiger Zeit hier gewesen, um ihr grosses Mißfalle» an der neuen lutherischen Scctc6" bezeugen und es zun, höchsten zu bitten, davon abzustehen und mit ihnen solchem Mifiglanben entgegenzu-^ten. Da man aber gesehen, daß dieses ernstliche Ansuchen gar wenig geholfen, sondern im Eegentheil sowohlStadt und Gebieten von Zürich als anderwärts die neue Lehre von Tag zu Tag mehr um sich greife, und«llerlci erschreckliche »»christliche Dinge vorgehen, so habe man sich aus besonderer Treue und Freundschaft, welcheb>e Vorder» einander bewiesen, noch einmal entschlossen, hieher zu kommen und die gestellte Bitte des dringlichstenW erneuern. 2. Vielerlei ungeschickte Händel habe man vernommen, wie nämlich das hochwürdige Sacrament des^'ten Fronleichnams Christi von Etlichen so sehr verachtet werde, daß sie dasselbe in ihren letzten Nöthen, ansb"" Todbett, nicht ans Unvernunft oder Krankheit, sondern „wohlbedächtlich" nicht mehr haben empfangen wollen,'Elches Sacrament doch Jesus Christus, unser Erlöser, im letzten 'Nachtmahl selbst als Pfand („und zno snndrer^i") zu.sMfe „nd Trost für uns arme Sünder und christglänbige Mensche» eingesctzt, wie eS im Evangelium""zweifelhaft und klar gegründet sei. Ebenso gehe es mit dem Sacrament der Beichte und Büßfertigkeit, das^ so lange Zeit gebraucht und den Voreltern zum Segen geworden („so wol erschossen") sei. 3. Ferner ver-öle, daß Einige, es seien Geistliche oder Weltliche, dahin wirke», daß auch die hl. Messe zum Theil abgcthangeändert und gar nichts mehr darauf gehalten werde, was man zum höchsten mißbillige, da weder Zürichdie ganze Eidgenossenschaft dazu Gewalt, Fug oder Recht habe. Zudem sollen jene Personen in ihren^'digtcn und sonst zu verstehen geben, es sei ans das Sacrament der Taufe auch nicht viel zu halten, da es"" "lten Testament gleichviel gelte, ob beschnitten oder nnbeschnittcn (?). 4. Die Voten haben jetzt auch selbstwie Zürich mit den Bildern des Leidens Christi, seiner würdigen Mutter und der lieben Heiligen""Dicklich umgegangen, worüber Jedermann sehr erschrocken sei, da solches in der Eidgenossenschaft bisher nie^chche». Ueberdies sei man berichtet, wie in Zürich die Ehre und der Dienst Gottes und seiner Mnttcr MarinBeten, Fasten und Feiern gemindert werde, daß Furcht und Liebe Gottes und des Nächsten abnehmen, daß"ch keine Besserung zeige, und daß die Mutter Christi durch allerlei »»bescheidene nnchristliche Worte geschmäht5. Man ivisse auch wohl, daß dieselbe» Personen, die Zürich und Andere so verführen, dem armen^"leinen Manne predigen, er sei nicht mehr schuldig, Zehnten und Zinsen z» gebe». Und sonst kommen nochwnchoi^j unerhörte nnchristliche Worte und Werke vor, welche man jetzt nicht alle nnszählen könnte, die aberselbst besser wisse, was alles doch wider das Gotteswort, wider die christliche Ordnung, guten Brauch""d Gewohnheit, und an Sccl und Leib, Ehr und Gut für uns alle verletzlich sei; man könne auch nichtsannehmen, als daß diese neue Lehre nur aus schlechtem („nidigem") Grund und Herzen gepredigt werde,"""k geistliche und weltliche Obrigkeiten und besonders die Eidgenossenschaft zertrennt, zerrüttet, verachtet undgemeine Volk zu allein Ungehorsam, Aufruhr und Empörung gereizt werde, wie Zürich sowohl als dieGenossen an ihren Unterthancn täglich sehen und spüren können. 6. Darum möge Zürich beherzigen, was für