428
Mai 1524,
17».
«Lucern. 1524, 16. Mai (Montag in dm Pfingstfciertngcn).
Staatsarchiv Lucern: Allgemeine Abschiede d. 2. k. 586.
Tag der V Orte. I. Die Vögte van Lauis nnd Lnggarns haben geschrieben, es seien die Herzogliche» Z»Arona mit 14 Schiffen den Langcnscc herausgefahren, haben ein Dorf bei der Insel verbrannt, der EidgemM"Verwandte angegriffen, Einige niedergemacht, Andere gefangen hinwcggcfnhrl, überhaupt mit sich fortgeschlepptwas sie erreichen konnten, Sic begehre» daher Rath »nd Hülfe, indem den Wälschcn nicht zn trauen sei. II-nun die Boten verschieden instrnirt sind, so hat man ans Genehmigung der Obern hin beschlossen, es soll v»"den V Orten jedes drei zuverlässige tapfere Männer, nnd zwar Büchsenschützen, sofort in das Schloß Lugg»''^senden. Und da dies alle Orte angeht, so wird ein Tag angesetzt auf Dienstag vor dem Fronleichnams^(24, Mai) »ach Lucern, um da einen Beschluß zu fassen, was man thun wolle, sei es mit Verstärkung ^Besatzung, sei es mit anderer Hülfe. Das Schreiben der Vögte wird inzwischen beantwortet.
Zu I. Wir ergänzen den Auszug des Abschiedtcxtes durch einige Acten:
1) 1524, 12. Mai (Donstag vor Pfingsten). Hans Zogcr, Landvogt zn Luggaris, an die Gesandte» U''XII Orte. Anzeige daß des Herzogs Truppen heute ihr Gebiet betreten und Leute gefangen, zum Theit crstoGnnd (Habe) so viel möglich weggeführt haben; daher rufen die Unterthanen dringend nach Schuh. Zudem h»^die Mailänder gedroht, „uns" bald im Schloß zu Luggaris „warm genug" zu machen. Er bitte, das Z»denken, ?c. St. A. Lu«»>: Mssw-n.
2) 1524, 15. Mai (Pfingsttag). Nidwalden (LA., Näthe nnd Lnndlentc) an die cidg. Boten in L»a'»Man habe Nachrichten von dem Vogt zu Luggaris und dem Commissarins zn Bellenz, wie die Feinde e»öAngehörige tödten oder wegführen, zc. Man »erhoffe aber, daß der Herzog keinen Krieg mit der Eidgenosse»!»)^unternehmen wolle, nnd vcrmuthe, daß das Geschehene gewissermaßen verursacht (provocirt) worden sei; es »"»nämlich angezeigt, wie der Vogt zu Luggaris einigen Metzgern „nnden nfher" erlaubt habe, auf diesseitigGebiete Kälber zu kaufen, und als diese gekauft gewesen, sie nicht habe fortführen lassen, sondern diegenöthigt, dieselben mit großem Verlust zu verkaufen. Hicnach möchte man wünschen, daß dem Vogt ab »»'!Tag befohlen würde, sich nicht unfreundlich zu halten, damit man keine Ursache zu Feindseligkeiten gebe.
St. A. Lncern: Miss'«"
3) 1524, 15. Mai (Pfingsttag), Nachts. Bern an Lncern. Uebermittlung eines an gemeine - „gerichteten Schreibens von dem Landvogt zn LaniS, das von zwei unbekannten „Walchcn" übergeben
Man wundere sich, daß Lncern gar nicht gemeldet habe, wie es über die Sachen denke; „dann ein söliche PI ^so nit wenig ertragt, also offen nnd nfgcthan frömbden nßländigcn Personen zno vertrnwen und über seid 'schicken, will uns etwas schimpflich bedanken, deßhalb wir üch denselben brief by disem »nserm rytende»wider zuoschickcn, mit bcger, ob ir darüber ciniche underrcd gehebt oder darumb tagsatzung verrinnt hätten»dann uns dcß nochmals zno berichten"... St.«. «-»>» TeutsH Milstvm i>. oss v. — St. A. j>»«rn: Missi«"-
Vorwürfe über ähnliche Sorglosigkeiten der Lncerner Canzlci sind auch sonst mehrfach constatirt.
4) 1524, 16. Mai (Montag nach Pfingsten). Hans Zogcr, Lnndvogt in Lnggarns, an die eidg- 1^'^Bericht, daß die Feinde heute (wieder) das eidg. Gebiet verletzt und einige Häuser verbrannt haben, daß M ^täglich verstärken nnd die Absicht verralhen, mit Gewalt nach Lnggarns zu kommen, ze. Er hoffe nun, d»b^Unterthanen vor solchen Angriffe» künftig beschirmt werden, bitte aber um Bericht, wenn die Herren sie
verlassen wollten.
5) 1524, 17. Mai (? „Dienstag, Nachts"). Derselbe an Lueern. Vorstellung des Verlustes an ^und Bitte um eine Besatzung.
GeschüV ^