390
März 1524.
Verwandte um Verwendung für seine Ledigung. In Betracht dieser heiligen Zeit und der langwierigen, schmerz-volle!? und kostspieligen Gefangenschaft begehre er nun, daß die Eidgenosse!? denselbei? gnädig entlassen.
St. A. Lucern: Missiven.
f. 1524, 18. März (Freitag nach Jndica). Basel an die eidg. Botschaften in Lucern. 1. Auf den Tagnach Lätarc habe man diesseits Jacob Meyer, alt-Oberstzunftmeister, abgefertigt in der Hoffnung, daß die ihmbefohlene!? Anliege,? freundliches Gehör finden würden. Dennoch sei das nicht geschehen; denn nachdem der Boteseine Instruction betreffend den Priester zu Richen vorgetragen, habe Vogt Hug voi? Lucern, obwohl „die Fragenicht ai? ihn? gewesen", öffentlich gesagt, „wir thüen mit dem pricstcr zno Richen grad wie wir inen, unser"Eidgnossen voi? Lucern, mit Adam Petri, den? schelmen, gethon, und uns sy(e) wol zno Basel mit sölchenschelmen und böswichten; ouch sich deß nit fettigen lasse??, sonder wyter geredt rif (die) Meinung, diewyl unserbott in Adam Petri(s) fachen allhie abtretten, als ob er darumb des büechlins ouch verdacht, von derselbe»Handlung getretten sin sölt, zc." Das bedanre man nicht bloß an Vogt Hng (um den man solches nicht ver-dient), sondern auch ai? den Schultheißen von Lucern, die dabei gesessen, aber zu diesen Beschimpfungen geschwiege"habei?; denn Gott sei Lob habe man bisher das Uebel dermaßen gestraft, daß man solcher Verdächtigungen billigenthoben sein sollte. In der Sache Petri's habe man Lucern zu Gefallen bewirkt, daß sich der Beklagte zumWiderrufe erboten und in die Strafe ergeben, sodaß man rvohl hätte erwarten dürfen, daß Lucern den Seinige"derartige Schmähungen nicht gestatten würde. Dem genannten Boten geschehe ebenfalls Unrecht, wenn er einerMitschuld verdächtigt werde, und wolle man ihn deßhalb genugsam verantwortet haben. Da nun aus solche"Tagleistnngen mehr Widerwillen als Freundschaft erwachse, und man nichts Sträfliches glaube gethan zu habe",auch die Boten nicht so wolle „stumpfieren" lassen, so habe man diesmal Niemand geschickt, bitte aber, dießAngelegenheit zu Herzen zu nehmen, die Folgen zu betrachten und in der Sache so zu handeln, daß man künfbgvor solchen Anfechtungen gesichert sei. 2. Auf das Schreiben von Bern, betreffend den Aufbruch von 8l)l>ÜKnechten, habe man sich entschlossen, treulich zu erstatten, was die Vereinung erfordere, mehr jedoch nicht.
K. A. Basel: Missio-n-
I» fehlt in? Basler, Freibnrger, Solothurner und Schaffhauser Exemplar.
Zu:i. Hier sind folgende Acten beizurücken:
1) 1524, 13. März, Jvren. Sebastian von Dicßbnch und Jost Blättli an die eidg. Boten auf dem „nö^gehaltenen" Tag zn Lucern und jedes Ort besonders. Da sich der Feind zwischen Novarra und Vercelli getagthabe, so werde den Eidgenossen zu N. ein großer Theil des Proviants abgebrochen, wiewohl gegenwärtigkein Mangel zn spüren sei; weil das aber ans die Dauer nicht erträglich wäre, so erheische die Nothdurft, ^der beschlossene Aufbruch rasch uüd vollständig stattfinde, und daß sich auch die zaudernden Orte entschließe»,
es sich um die Ehre der Eidgenossenschaft handle; denn der Feind sperre zu Vcrcell die Straßen so, daß mj"noch nicht wisse durchzukommen; doch werde man es jetzt versuchen; indessen gehen der Herr von Font und -t .(Antoui) Brunz (?) den beiden vorrückenden Zuzügen entgegen; wenn diese zusammenstoßen, so werde mit Got"'^Hülfe etwas Gutes geschafft werden können, ?c. St. A.Lmern: A. Frankreich-
2) 1524, 13. März (Sonntag Indien). Bern an Schaffhnusen. Die Hauptlcute und die franzößl^Anwälte in Mailand haben schriftlich das Begehren um einen neuen Aufbruch gestellt, worüber die beilicgi»Schrift (von Härder?) wohl Bericht geben werde. Da nun die Nothdurft erheische, die Leute nicht zu verla» 'so sei man gesonnen, die auf Manu erforderliche Zahl zu stellen, wiewohl die Bezahlung jetzt nichtvorhanden sei. Da nun die große Gefahr ein eilendes Handeln erfordere, so habe man hiefür einen Tag "Lucern angesetzt auf dm Palmtag, Zt. ?c. «.A. Schaffhaus-n: Korrespondenz-"-
3) 1524, 13. März (Sonntag Jndica). Dasselbe an Luccru, Basel :c. Im Wesentlichen gleichlautend-
St. A. Luccrn: Missiven. — St. A. Bern: Teutsch Missiven 233. 234 a. — K. A. Basel: Abschiede«