Octobcr 1521. 117
angreifen zu lassen, ?c. Sic habe» geantwortet, sic gedenken beide Tractatc ehrlich zu halten. Nil» haben oberdie Herren von Zürich, Uri, llntcrwaldcn und Zug erlaubt, in des Papstes Dienst zu ziehen, jedoch mit deinVerbot, den .König in seinen Gebieten irgendwie zu beschweren; es mögen anch eine Anzahl ^uccrncr, ividcr denWillen ihrer Obrigkeit, dahin gezogen sein, und seitdem habe man denselben eine Botschaft nachgeschickt, ?e. Trotzalledcni vernehme man, ivic der Enrdinal von Sielen, der Bischof von Bcrnlan und Andere in des Papstes undKaisers Namen sich unterstehen, sobald Ihnnlich die zuletzt Weggeführten zu dem „alten" Zug zu bringen, mitdemselben in das Hrrzogthum Mailand einzubrechen und den König daraus zu vertreiben, in dessen Dienst daselbsteine grosse Zahl cidg. Knechte stehen. Was daraus für beide Thcilc entspringe» könnte, und wie damit derFriede gehalten, der König also durch der Eidgenossen vielfältige Zusagen betrogen würde, könne Jeder wohlermessen.
Darum ersuche er sic hicmit abermals, den Inhalt ihrer Vcrhcissungcn ernstlich zu erwägen, da ihre Ehredaran liege, und ihm zu sagen, ob er dem König die Zusicherung geben dürfe, dass er bei dein Frieden und derVcreinung bleiben möge.
Die Herren wissen, wie durch die falschen Prnctikcn des Eardinals von Sitte» und des Papstes zwischendem König und den Eidgenossen Verwirrung und Unruhe gestiftet worden, um ihm das Hcrzogthum Mailgnd„abzuschrenzen". Nun sie laut der Vcrciiumg den Ihren gestattet haben, dasselbe zu schirme», begehre er, derGesandte, dass sic den Knechten „solche Gunst beweisen", damit sic ihre Ehre erhallen und der König ihnendafür zu danken habe; sie mögen übrigens wohl bedenke», was für eine Nachbarschaft sie zu erwarten hätte»,wenn das Hcrzogthum aus seinen Händen käme, und desshatb diese Schrist sich anliegen lassen.
ei. a. .-znnch: .1, zr-nMich. «. a. Vasrl! Adlchlcdl a-I. 12»
Zu ES liegen zwei Brcvcn vor, das erste nur in Ucbcrsctzung, das zweite im Original.
1) 1521, 22. September, Rom. „L'eo Bnpst der Zechend den lieben süncn der Eidgnossc» der dn>zechen Orten, des ober» Kitschen lands, der heiligen kirchc» fryhcit bcschirmer». Sine» lieben süncn gruoss undbäpstlichc bcncdyung. So wir vcrnomcn haben, wie dass üwcr botten etliche bcfclch und botschaft zno nnscrmkricgsvolk und denen, die wider uns und de» heiligen Stuol sind, gebracht, und wir ir zuokunfl by den unser»,onch ir anbringen und begcrcn verstanden, haben wir uns nit on gross bckünnncrniss, ncc dann ivir sage» mögen,sölichcr üwer botschaft verwundert, nämlich so ir den heiligen Stuol, der da ist als »wer aller nmoltcr in gotl,demnach so euch so vil guots, vil dienst, vil anzöignng der liebe allwcgc» uf das allerhöchst bewisen, ivelichcrjetz hilf an üch bcgcrt, also lichtfcrtig verlassen, besonder dass ir nit allein die gcscllschast, so ir mit den Frauzoscn nüwlich gemacht, mcr gcacht und sürgcsetzt, denn die ältere und heilige pündnuss, die ir mit uns und disemheiligen Stuol < Hand), zuo einem sölichen fridcn vcrinancn, darmit wir die Ursachen und ansprach der merklichenunrechten frävcl, so uns an unser wirdikeit und fryhcit, deren ir doch bcschirmer gchcissc» werden und sin söllrn,von den Franzosen begegnet, zwungcn wurden zuo verlassen. Aber wicivol nns ein grosser kuinmcr ist, dass wirals der, so in steter Hoffnung gegen üwcr lugend und gnotwillikcit gestanden, mit sölichcr nicinnng und anzöignngso schwarlich betrogen, als wir denn ouch sehend und erkennend unser insondcr guothcit, so vil gabung und dienstgegen diser nation verächtlich hingelegt und verworfen sin; doch so begcrcn nur, »ns zuo entschuldigen, waruinbüwer ccr stündlich hilf gegen disem heiligen Stuol, ouch die besundcr würde, so ir bcschirmer der fryhcit dcrheiligen römischen kirchc» gcncnnt werden, nit standhaft bclibcn ist, sind wir geneigt gewesen, sürdcrlich und ccantwur» ze gebe» vor gmeinen Eidgnossc», dann dass wir üwcr geschickte» botten antwnrtc» wöltcn; wann insölichcr fach wirdct mit üwcr aller eer vor aller dcr Eidgnosscn botten gehandelt. Wir mögcn ouch unser»Handel und anligcn das und kommenlicher cnblötzcn und haben also dem wirdigcn nnscrm bruodcr Ennio, bischoszno Veruln», bcfolhen, euch in sölichem allem unser snrncmcn zuo erscheinen, üwcr lieb und nndachl in golt vcrmnnend, imc gctrüwlichc» flyssigcn verstand, ganzen und festen glauben zx geben, auch imc ccr, sründschnst undbystand zuo bewisen, wclichcs üch besundcr loblich und ccrlich sin, sich onch den ccrcn, die ir uss bcschirnmng desheiligen Stuols erlangt Hand, verglichen wurde." Datum »c. ' er «. .zcmch: n.kn P«psr
Bemerkung » tvr^o: Ist »f de» l t. tag Octobris verhört.