October 1521.
Eidgnossen unser Handlungen berichten, als mir nit zwiflet, (daß) ir (das) werden verncmen. Gnädigen minHerren, also verriten wir hüt von dem achten tag Octobris gan Kum zuo, und ist nit minder, es sigen allerleimär vorhanden; ob ouch die übrigen Ort wider (botten) schicken werden, mag ich nit müssen; jedoch ist wol zuobedenken, si kommen oder nit, so werden wir wenig schaffen; dann wir fürwar nit darfür geachtet werden, alswir aber meinen, besunder uf des Väpsts fiten; dann weder der Prosper (Colonna) noch Marlis von Mantuakein audienz geben, dann allein der legat Puccius; ob er aber der (deßhalb?) befelch gehebt oder nit, mag ichnit müssen; je vermeint er, daß der Küng uß Jtalia vertriben müeß werden, oder aber der Bapst uß Rom; wiebillich semlich fürnemen sye einem statthalter Christi unsers Herren, mag üwer wysheit bedenken. G. m. h., diezüg sind zuo beiden fiten stark, als wir die zuo roß und zuo fuoß haben mögen sehen, aber der Bapst vil stärkeran der zal dann der Küng. Unser knecht bim Bapst sind gan Moduna zuo gericht und gan Final, sind nit bydem übrigen züg mer; aber die Pündter sind noch by den landsknechten, besunder der Dietegen und ander houptlütvom Pund sind nit des willens, all mit den unscrn zuo schlachen. Die läger sind beide usbrochen und zicchcnüber den Po, als wir vernemen, und rucken zuosamen; ist zuo besorgen, daß si kum von einandern kommenungeschlagen; gott well es schicken unserthnlb zum besten. Nüwer mär halb discr landen sind die banditen zuoVäris und Galera, Hand vil bös mit todschlägen und brand vollbracht, und ist nieman sicher. Ich schick ü. g.etlich nüwer mär uß Frankrich und Hispanien, ouch diser landen. Des Bapstes züg zücht, als wir vernemen,uf Mantua zuo. Wir Hand den übrigen botten hie zuo Kum gewartetj werden morn verriten gan Meiland, undist die red, daß unser Eidgnossen, so bim Cardinal sind, zuo Bergamo (ankommen) und verrücken dem andernzüg zuo; es sind aber so vilerlci mär, daß man nüts für gewiß schribcn kan" ... Nachschrift: „Unser Eidgnossenvon den übrigen Orten sind je sider zuo Cremona gelegen, Hand wenig geachtet, daß die unscrn an den findengesin sind, wär ouch nit not gesin, daß si unfern knechten irs Heimziechens halb so übel zuogesprochen hätten,dann si ouch den fuchs nit Hand wöllen bißen, wiewol der Herr (Lautrec?) hinüber ze stechen vilfaltenklich begert,ouch unser houptlüt und knecht uf sy ein trüw ufsechen zuo han zuogeschriben Hand, deß alles ungehindert sindst still beliben, ligen in iren betten, und (sind) die unfern in wytem feld irthalb ungetröstet."
K. A. Jreibmg i A. Bern (Kopie).
14) 1521, Ig. October (Samstag nach Galli). Zürich an Bern, Lucern (und die andern Orte). Aus dein(letzten) von den Hauptlcutcn und Knechten in päpstlichem Dienst gesendeten Briefe (d. d. Sonntag vor Galli)vernehme man, daß ein Anschlag gemacht sei, die Eidgenossen wider Mailand zu führen, zc. zc. Da nun dieschwebenden Händel sich so bedenklich gestalten, daß der Eidgenossenschaft nicht geringer Nnchtheil daraus erwachsenkönnte, so habe man den letzten Abschieden gemäß einen Tag in Zürich angesetzt auf Samstag vor Simonis undJudä, und bitte ernstlich, denselben zu besuchen, zc. Indessen habe man denen im Feld befohlen, bei deinbcschworuen Eid und der Ordonnanz „on alles mittel" zu bleiben, den König auf seinen, Gebiete nirgendsanzugreifen, zc.; desgleichen finde man gut, daß Bern (resp. Lucern zc.) die Seinigcn bei dem König auch vermöge,nicht auf päpstliches Gebiet zu ziehen, zc. S.. A. B-rn: A. A-Mch i. - S.. A. eu-°.n- M.sswn.
15) 1521, 21. October (Montag nach Lucä). Bern an Luccrn. Mitthcilung der ans Mailand gekommenenSchriften.' Obwohl den Knechten auf beiden Parteien zu gut eine eidg. Botschaft nach Mailand verordnet worden,vernehme man doch, daß sich dieselbe zu Crcmona und diesseit „des Wassers" aufhalte und ungeachtet der an sieergangenen Bitten die Knechte in des Königs Dienst verlassen habe, was man sehr mißbilligen müßte. Um denFolgen eines Zusammenstoßes zuvorzukommen, bitte man Lucern, die Umstände wohl zu betrachten und mit denLändern Schritte zu thun, „damit die unscrn und ander, so an den spenden ligcn, nit also verachtet, und dasgehandelt und gefördert werde, so unser aller lob und ccr, brüederlich Harkomen und unser gcschwornen pü»dinhalt fordert" ... St. A. ku--rn- Mtssiven. - St. A. B-rN! Teutsch Miss. o. k. »»» b.
Zu «. Ein Schreiben des Königs aus dieser Zeit (etwa seit Anfang October) ist uns nirgends vorgekommen.Dagegen haben wir hier einen datumlosen Vortrag des französischen Gesandten einzulegen, den zwar der Abschiednicht berührt:
Die Herren Eidgenossen wissen, wie er auf dem letzten Tag in Zug, am 8. dieses Monats, im Name»des Königs gebeten, den Frieden und die Vereinung au ihm zu halten und seine Lande durch die Ihrigen nicht