V o r w o r t.
Von der ersten Abtheilung des IV. Bandes der Abschiede-Sammlung, die den Zeitraum von1521 bis 1555 nmsassen sollte, erscheint hiemit der erste 5heil, über dessen Bearbeitung vor Allemeinige geschichtliche Bemerkungen zu machen sind. Dein im Jahr 1852 aufgestellten Arbeitsplan zufolgeerhielt Theodor von Mohr die bezeichnete Aufgabe; nach dessen Hinschied ubernahm der damaligeLeiter der Abschiede-Sammlung, Staatsarchivar Gerold Meyer von Knonau, die zu Standegekommenen Vorarbeiten; nachdem auch er das Zeitliche gesegnet hatte, ging das unerledigt gebliebeneWerk auf den eidgenössischen Archivar Jose-ph Karl Krütli über, dem aber ebenso wenig beschiedenwar, dasselbe auszuführen, obwohl ihm eine entsprechende Arbeit, die er im Lucerner Archiv unternommenhatte, zur Verfügung stand. Schließlich gelangte der Auftrag, dieselbe zu ergänzen und zum Druckezu fördern, an den Unterzeichneten, der jedoch erst seit April 1868 sich demselben widmen konnte.
Das von Krütli angelegte, aber unverändert hinterlassene Manuscript wurde dann in derThat zu Grunde gelegt, bedurfte aber einer durchgreifenden Umarbeitung. Einerseits fehlten noch alleQuellenangaben, und anderseits zeigten sich die vorliegenden (etwa zwanzig Jahre früher gefertigten)Auszüge fast durchweg als äußerst mangelhaft hinsichtlich der Treue, der Klarheit und der Kürze desAusdrucks, sowie auch mit Beziehung auf vollständige Wiedergabe der wesentlichen Momente. Somußten die Originalien des Lucerner Archivs, auf welche sich Krütli beschränkt hatte, genau ver-glichen und eine Menge von Verbesserungen und Zusätzen eingetragen werden, sodaß nur wenige Sätzein der ursprüngliche» Fassung stehen blieben. Dann hatte der Bearbeiter die Sammlungen der übrigenArchive beizuziehen und das Abschieds-Material mit den zugehörigen Acten zu ergänzen. Es geschahdies in so bedeutmdem Umfang, daß von den 615 Nummern des gegenwärtigen Bandes 435 undim Ganzen ziemlich genau fünf Sechstheile des hier verarbeiteten Stoffes von dem Unterzeichnetenbeigefügt sind. Es kommen nämlich sämtliche Quellennachweise für die Abschiede, die Namen derGesandten, die statistischen Angaben über den Inhalt der verschiedenen Abschiede-Eremplare und alleübrigen Noten von seiner Hand; endlich wurden auch sämtliche Beilagen von ihm allein herbeigeschafft.
Das angedeutete Verhältniß mag theilweise die späte Vollendung dieses Bandes entschuldigen, dieübrigens auch durch andere Umstünde bedingt war. Bei der Uebernahme der Arbeit ließ sich nämlichnicht berechnen, wie viel neues Material der Benutzung harrte, und es mußte daher die Revision des