DIE KUNST UNSERER ZEIT
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F. v. Reznicek.A fescher Domino
(Aus dem „Simplicissimus", München)
Sehr lieblos, aber auch sehr komisch weiss er schwäch-liches, markloses Philistertum zu schildern; wunder-voll, eine ganz erlesene Spezialität, sind seine Teufel,unglaublich fein beobachtet seine zarten Mädchen-gestalten mit ihrer halbangefaulten Jungfräulichkeit.Äusserlich gibt sich Th. Th. Heines Satire seltenzornig, selten gallig, fast immer hält sie Mass. Erschlägt keine gelle Lache auf, er schmunzelt ver-gnügt — aber diabolisch vergnügt! Eine gewisseFreude am Zerstören ist ihm nicht abzusprechen undder mephistophelische Grundsatz, dass alles, wasbesteht, wert ist, dass es zu Grunde geht, scheintTh. Th. Heines oberstes Prinzip zu sein. So be-kämpft er im Philistertum nicht bloss seine Fehlerund seine Trägheit, sondern auch alle unverschuldeteHässlichkeit, die eher Mitleid verdient, und zeichneter in sozialer Satire die Armut, so zeichnet er sieso, dass es den Besitzenden und den Armen zugleichweh tun muss. Alles dies macht er aber vergessendurch eine enorm hohe Qualität seiner künstlerischen
Zeichnung aus dem „Simplicissimus", München