Druckschrift 
1 (1874) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1245 bis 1420
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

August 1350.

31

vnschedelich sin vnd mögen daz also wol tun ans alle geuerde. j Wir die vorgenanten von Zürich sollcnt och in disenvorgenanten sechs Jaren kein edeln man zu burgcr nemen noch empfahen, der Besinnen vf dem lande hat, wann dirrbüntnuß vnschedelich, es were denne, daz er mit husröki sezhaft in unser stat sin j wolte, den mögen wir wol nemenvnd schirmen alz ein andern vnsern burger, die wile er mit husröki in vnser stat seshaft ist, ane alle geuerde. Wazwir aber ietz vsburger habent, die mugen wir wol fürbaz f zu vns empfahen, vnd ir burgrecht lengeren, ob ez in denegenanten sechs Jaren vsgieng, ob daz vns oder inen komlich were, ane alle geuerde. Och hant vns die vorgenantenVögte gelopt bi den eiden, so si darumbc f gesworu habent, mich den vorgcnanten burgermeister oder wele nach mirin denselben sechs Jaren burgermeister wirt, die Räte vnd die burger gemeinlich der stat Zürich, vnser lib vnd vnsergut ze schirmende bi vnser l gerichten, gesetzeden vnd gewonhciten, alz wir es harbracht haben vnd in dirre büntnußbegriffen sint, gen menlichem, der vns in disen vorgenanten sechs Jaren daran bckrenken oder in kein weg bekümbern jwolte, ane alle geuerde. Were och daz dekeiner den andern, so in dirre büntnuß sint, von geltschulde wegen anze-sprechende hete, der sol ein recht von im nemen vor dem richter an den Steten vnd in dem j gerichte, da deransprechig denne seshaft ist. Were aber daz er da rechtlos gelazzen wurde vnd och daz kuntlich wurde, der niag sinrecht wol fürbaz suchen alz er denne noturftig ist, ane alle geuerde. j Es sol och enkeiner, so in dirre büntnuß sint, vondcwedcrm teil den andern verHeften noch verbieten, wan den rechten gelten oder den bürgen, die im der Schuld dennegichtig sint ans geuerde. Es sol och nie- ^ man den andern, die in dirre büntnuß sint, vmb kein weltlich fach an geistlichgerichte laden, wan er sol das recht nemen an den steten alz vor beret ist. Were och daz daz Rich «setz wurde, so sontwir j von sonderlichen lieben wegen, so wir zu der vorbcnanten vnser herschast von Oesterrich haben, vns zu niemanverbinden in disen vorgenanten sechs Jaren, noch keinen Herrn ober vns nemen, wand dirre büntnuß ^ vnschedlichalso daz wir bi diser büntnuß bliben sont die vorgcnanten sechs Jare vs ane alle geuerde. Es ist och beret, wazieman, der in dirre büntnuß ist, in nuzlicher gewer herbracht hat oder noch in f gewcr sitzende wirt, die wile disebüntnuß weret, daz den nieman ane recht cntwcren sol. Were aber das darüber ieman des sinen ane recht entwert wurde,den sollen wir wider in gewer setzen vnd j in schirmen, behulfen vnd beraten, wie er bi sinem rechten blibe anegeuerde. Were och daz die vorgenant unser herschast von Oesterrich, die vorgenanten Vögte bede oder einen von sinemAmpte verkerte, so sie ^ ietz enpflegint oder ir deweder abstürbe, wer denne nach inen an die selben Empter kumetder sol sich binden mit gesworem Eide, e daz er die empter vnd die vestinen der vorgcnanten vnser Herschaft von jOesterrich in neme dis buntnuß ze haltende vnd zc volfürende in allem dem recht alz vorgeschrieben stat vnd alz ochwir ietz gelopt haben ane geuerde, vnd sol och vnser enwedcr sich der Stete noch der f vestinen in dez angendenVogtes Hand sich entanen noch im inantwurten, e er den eit getut, den och wir ietz vmb dis büntnuß getan haben,vnd och darüber sin offenen brief git ane alle geuerde. > Were och, so dise büntnuß vsging nach den sechs Jarenvnd denne deweder teil mit keinem stozz vnd kriege begriffen were in der büntnuß, zu demselben kriege sol im der anderteil beholfen ^ vnd beraten sin mit guten truwen in aller wise, alz in der buntnuß, vnd alle die wile, so derselbekrieg nit bericht ist, ane geuerde. Es ist och beret, daz man nieman, der mit gerichte in einer Stat ^ oder in eimgerichte begriffen wirt vnd derselb von dem gerichte, da inne er begriffen ist, in ein ander gerichte dingflüchtig wirt,daz den weder vogt, noch Stat, noch nieman so in der buntnuß > sint, empfahen noch schirmen sol, wan mit dem rechtenane alle geuerde. Es ist och mit vcrdingeten Worten beret, were daz ieman wider dis büntnuß oder wider der Stukkeins, so hievor ge- f schribcn sint, tete, daz ieman schcdelich were, so in dirre buntnuß sint, an lüten oder an gute,wer der were, wider den vnd wider die sollen wir einander mit guten trüwen beholfen und beraten sin, f wie dazvnverzogenlich gerechen, widertan vnd abgeleit werde, ane generde. Wir der vorgenant burgermeister, der Rat vnd dieburger gemeinlich der Stete Zürich haben och mit guten trüwen f gelobt vnd och gclerte eide zu den heiligengcsworen, dise vorgeschriben fachen vnd stuk alle stete ze habende vnd ze volfürende alz vorgeschriben stat vnd mitWorten bescheiden ist vnd da wider ^ meiner ze tunde mit warten noch mit werken noch mit enkeincn fachen, nochnieman gehellen, der da wider vt tun weite ane alle geuerde. Vnd harumb zu einem waren offenen vrkunde, daz dis jalles war vnd stet blibe, so haben wir vnser Stat gemein Jngesigel ze Zürich gehenket an diesen gegenwürtigen brief,der geben ist ze Zürich an dem Vierden tag Ougsten des Jares f da man zalte von Gotez geburte drüzchenhundertJar vnd darnach in dem funftzigesten Jar."

Pergamentene Urkunde ohne Siegel. Die Einschnitte zur Anhängung der Sicgelschnüre sind vorhanden.

Auf dem obern Rand des Pergaments sind die Notizen angegeben, welche bei der Ausfertigung des Gegenbriefszu beobachten wären:In gottes namen:c. Allen w. Da wir w. vnd wir Johannes Schultheiß ze Walzhut, lant vnd pflegerin Swaben, ze Ergöw, in Thurgö vnd ze Glans, des hochgcbornen sürsten, vnsers gnädigen Herrn Herzogen Albrcchtzvon f gottes gnaden Herzogen ze Oesterrich, zu Styr vnd ze Kcrnden, vnd vnser gnädigen frowe», frowen Johannen,Herzogin ze Oesterrich, sin husfrowen vnd ir linder an ir stat vnd von ir Heißens wegen mit den gedingen, sinken :c,