92Herr Odendahl scheint in dieser Schrift, es aufdie Belustigung eines ganz eigenen Publikums ange-legt zu haben, und wer wird wohl so menschenfeindlichseyn, ihm und seinem Publikum eine kleine Freudezu mißgönnen? Daneben hat die Schrift ein so ge-lehrtes, und bey diesem allen dennoch so populä-res Ansehen! Denn damit der gelehrte Inhalt auchder geringsten Klasse von Lesern nicht entgehe, hatman weißlich die Vorsicht gebraucht, ihr durch Ue-bersetzung der Citate zu Hülfe zu kommen. Allediese Künste der Composition, und noch weit mehrdiejenigen, welche sich in einer näheren Beleuchtungder Schrift des Herrn Odendahl entdecken werden,sind mir unbekannt. Ich habe blos das Publikum,das auf Sache und Wahrheit sieht, im Auge.Die Berichtigung selbst ist S. 5. überschrieben:Geschichte:Bey diesem Worte gedenkt sich ein jeder die ge-treue Darstellung einer Begebenheit: denn, sobalddiese Darstellung nicht auf Treue und Wahrheit be-ruht, ist es keine Geschichte; sondern Erdichtung,die zur Lüge wird, wenn man sie als Wahrheitgeltend zu machen sucht; und Verläumdungheißt, wenn noch die Absicht hinzu kommt, der Ehreund
Druckschrift
Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
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Seite
92
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