260Außer dem Kurfürsten machten auch noch die Familienvon Einatten und von Solms=Laubach Ansprüche auf dieBeſitzungen und erhielten auf ihr Anſuchen durch ihren Pro-kurator Wolters die Belehnung bei der Heinsberger Mann-kammer. Die erstere Familie leitete ihre Ansprüche vonJohanna Cath. v. Virmond, Tochter des 1681 gestorbenenAdrian Wilh. von Virmond her.*) Die Familie Solms-Laubach gründete wahrscheinlich ihre Ansprüche auf AmoeneElise von Bentink, einer Schwester des Ernst Wilhelm vonBentink, welcher der Vater der 1727 verstorbenen erstenGemahlin des Ambrosius von Virmond war.WittweGegen den Gewaltstreich des Kurfürsten hatte dieVirmond neue Klagen beim Reichskammergericht zu Wetzlarerhoben, und dieses sofort den Kurfürsten angewiesen „Kla-gender Gräfin den Besitz der Herrschaft Neersen nebst allemdarzu gehörigen einzuräumen und ins Künfftige nicht mitgewalt, sondern in die ördentliche weeg rechtens fürzuschreiten.Für Ergreifung des Rekurses waren ihm sechszig Tage be-willigt. Die andern Erbberechtigten traten „diesem Rechts-streit interveniendo bei, um ihr so feud- als allodial suc-cessions-Recht sowol wider Kurköln als die Wittib auszu-wirken.“ Selbstverständlich folgte jetzt eine Menge Prozesse,jedoch wurden der Wittwe „fast alle eingedungenen Ansprüchezuerkannt, mandatum de exequendo erlassen und dem Königvon Preußen die Execution aufgetragen.Da jedoch Friedrich der Große zu dieser Zeit, währenddes siebenjährigen Krieges, an andere Sachen zu denkenhatte, als an die Erb⸗Angelegenheiten einer Wittwe v. Vir-mond, so blieb der Kurfürst von Köln faktisch im Besitze derHerrschaft, die Einkünfte jedoch wurden zur kurfürstlichenKanzlei=Registratur „deponirt und von dieser theils an dielandstände, theils sonsten rentbar angelegt, theils baar auf-bewahrt“. Nachdem aber Clemens August am 6. Februar.*) Joh. Cath. v. Virmond h. Otto Heinrich Kolff von Vettel-hoven.Maria Wilh. v. K. h. Franz Adolf v. Einatten zu Wedenau.Damian, Franz Nikolaus.
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
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