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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
Seite
182
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182von nöhten ist, die andere halbscheidt muß zeitlicher Vicariusselbst bezahlen.Im Jahre 1700 besaß das St. Jakobi=Benefizium eineMenge Geld= und Kornrenten, welche auf verschiedenen Höfenzu Anrath, Neersen, Schiefbahn und Willich lasteten.Das jetzt von Vikar Zentis bewohnte Vikarie=Gebäudewar die frühere Jakobi=Vikarie. 1580 findet sich GoddertHermanns von Hinsbeck als Offiziant des Jakobi=Altares.Der Kreuz=Altar findet sich schon im Jahre 1524.Als „Gyffter und Präsentator“ desselben wird Ambrosiusvon Virmond genannt. 1524 war Johannes Kouiper Vikardes Kreuz=Altares. Derselbe übertrug das Tuytges Erb,Lehngut des Altares, welches bei Anrath an der Kuylshaidelag, an Hupert Tuytges und Ursuline seine Hausfrau. Das-selbe Gut wird 1567 von Ambrosius von Virmond demTheißen Thütges übergeben. Im Jahre 1535 werden inden Kirchenrechnungen „des heiligen Kreutz Eyer“ genannt,es waren also Eier entweder zur Dotation dieses Altaresbestimmt, oder es wurden dieselben geopfert. Der Altarempfing sie am „Styllen=Frydach“ (Charfreitag) und umKirmeß.Ferner findet sich, daß der Vikar des Kreuzaltares auchWachsrenten für Jahrgedächtnisse bezog. Auch war unterandern im Jahre 1551 der Strater Hof zu Unterbruch demKreuzaltare zinsflichtigDer St. Johann Baptist=Altar findet sich schon1509. Um diese Zeit schon war es gebräuchlich, daß diePilger Korn opferten. Dasselbe kam in die „Johanniskistund wurde entweder zum Nutzen der Kirche oder zum Unter-halt des Benefiziaten veräußert. Auch wurde das Johannis-Bild bei den Umzügen getragen. „It. 7 gl. Knepkens Her-man auf St. Johanß Tracht sementliche Keirchmeisteren mitden Megden die vnser L. frawen bilt vnd sonsten andere—bilder gedragen an sopffen (Suhp)*) vnd beyer.Aus den vorhandenen Notizen iſt mit Grund zu ent-nehmen, daß der h. Johannes der Täufer schon in älterer*) Ein aus Milch und Syrop bereitetes Getränke, melches in derganzen Gegend sowohl bei Freudenfesten als Begräbnißfeierlichkeiteneine bedeutende Rolle spielte