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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
Seite
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121auf die Kehner. Es heißt darin, daß das Hofbroich „eingemeinschaftliches ungeteiltes stuck seye, worauf einem betei-ligtem zum Nachteil des andern Keine Vorzüglichere Befügnuseingeraumet werden kan und woran Oedische allein zu 20gegen einen Kehner angeschlagen berechtiget sind. Sollte nun,wir hoffen es aber unterthänigst nicht, dem Dingstuhl Kehnoder der Oedischen Honnschaft eine überhaupt= oder paccelltheilung zugestanden werden, so würden hierunten Wir höchst-dero Einsassen zu Anrath wider unser offenkundiges mitge-rechtsam zum äußersten beschwäret, und gar dem vollen Ver-derb blosgestellet, denn uns ist das Broich, resp. der daraufimmer geübter Weidgang unentbehrlich, und zwar so unent-behrlich, daß wir bei dessen abgang oder schmälerung unserViehe, wovon sich fast alle erhalten, abschaffen und daheroendlich verarmen müsten, weil selbiges Von dem sandigtemund schlechtem diesseits gebauet werdenden Lande, woraufKündiger maßen nicht viel Klee und futter wachset, Keines-wegs unterhalten, sofort beim Mangel des Viehes das ohnehinViele und häufige Düngung erforderndes sand Land nichtbehörlich gedünget werden kan und solchergestalten eins mitdem anderen zum grund Verderblichen untergang gedeihen#müße.Weil Anrath „mehr befestiget war, als Neersen“, sowar ersteres häufiger mit Einquartierungen von Kriegsvölkerngeplagt, als Neersen, was wieder zu Zwistigkeiten zwischenbeiden Herrschaften Veranlassung gab. Indessen entschied(1743) ein kurfürstlicher Erlaß, daß Neersen die Hälfte derAnrather Kriegslasten zu tragen hätte, um so mehr, als dieAnrather außer zu den Einquartierungslasten noch zu Abgabenin den Aemtern Kempen und Linn herangezogen würden,weil manches in jene Aemter hineinreichende Stück Land vonAnrather Einwohnern gebaut würde.Nach einer Notiz vom Jahre 1706**) wurde von denScheffen und Vorstehern festgestellt, daß zu den Kriegslasten20 %sollten beitragen KehnAnrath 3 1/3%*) Aus den Papieren der Frau Wittwe Kersten zu Bökel beiAnrath.**) Papiere von Jak. Drabben in St. Hubert.