Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
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mus seine Huldigung darbringen; ermuthigt von oben herab,stimmt der Mandarin so freisinnig wie ein Reiseonkel.Jedoch Moden haben kurze Flügel, und der Wind weht,woher er will. An dieselbe Adresse, wo Adel und Geist-lichkeit vor Jahren das Stammeln ihrer treuen Ergeben-heit richteten, referiren heute des Fortschritts Turn= 2c.Vereine telegraphisch über ihre Purzelbäume. Aber wielange noch?Und was dann? Wann kommen die Vexationen ge-gen Vaterlandsfreunde und unabhängige Denker wieder andie Reihe? Erleben wir noch einen Rückschlag, bessergesagt: noch einen Farbenwechsel derer, die unsereGeschicke lenken? Wird der Gensdarm bald dem Glaubens-trompeter wieder einmal voraufreiten müssen? Ichweiß es nicht!Indeß genug, daß die Vergangenheit Indemnität beidenfreien Gemeinden nachsucht, und daß die ge-genwärtige Strömung für ein Programm plaidirt, welcheswir frühzeitig warnend, doch gegen übeln Dank, den hohenStaatsgewalten empfohlen haben.Am Tage fortschrittlicher Orgien der Jahre unseresRingens gedenkend, wo die liberalen Prinzipien des genialenKanzlers noch latent waren, widme ich diesen Aufsatz demedlen Mitstreiter im damaligen Kampfe fürGedanken= und Gewissensfreiheit, dem be-harrlichen, opferfreudigen Begünstiger allerauf Volksbildung und Gemeinwohl zielendenBestrebungen,Herrn Otto Remy in Neuwied.Düsseldorf, den 15. November 1876.Philipp Braun.