einehte
51Franke's, 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha gestorbenEr verfaßte überhaupt 42 Lieder, von welchen das Lied: „Wiegroß ist unsre Seligkeit“ auch in unser Provinzialgesangbuchaufgenommen wurde. Jenes berühmte Lied: „Fahre fort“ istbekanntlich ein auf Grund der sieben Sendschreiben der OffenbarungJohannis verfaßter Mahnruf an die Kirche, ihres ewigen Berufesin Treue zu walten.Ein überaus fruchtbarer Liederdichter dieser Periode ist Gott-fried Arnold, geboren 1666 zu Annaberg in Meißen, Professorzu Gießen, gestorben als Pastor zu Perleberg in der Altmark imJahre 1714, als Kirchenhistoriker, Mystiker und Dichter gleichberühmt. Er hinterließ 130 Kirchenlieder, deren meiste in seinen„göttlichen Liebesfunken“ sich finden. Albert Knapp, welcher 93derselben herausgegeben, sagt über sie: „Ihr Charakter ist heiligerErnst, glühende Sehnsucht und Liebe, große, lebendige Herzens-erfassung und Verschmähung aller weltlichen Eitelkeit. Wenn wiraber in Zinzendorf's Liedern die kindliche Andacht, wie eine hellerauchlose Flamme, freudevoll gen Himmel steigen sehen, so zeigtsich bei Arnold's Gesängen mehr noch eine verschlossene, ringendeGluth, die in fröhliche Flammen auszuschlagen sucht, aber nochvon allerlei gährenden Elementen, gleich einem schmelzenden, kochenden.Metall umfangen ist. Wer kennt nicht sein tiefsinniges Lied vonden inneren und äußeren Führungen Gottes: „So führst du dochrecht selig, Herr, die Deinen“ mit einer Melodie von Störl inStuttgart; — das um den Sieg des neuen Menschen glühendringende: „O Durchbrecher aller Bande“, nach einer Melodieder Brüdergemeinde, einem ursprünglichen Volksliede, — das Lied:„Wie schön ist unsers Königs Braut“, ebenfalls nach einerherrnhutischen Weise, — und das unter der Aufschrift: „Alles inEinem“ gedichtete, für Arnold so bezeichnende Lied: „O werAlles hätt' verloren“, mit der von unbekanntem Verfasser her-rührenden ernst=kräftigen Melodie in d-moll, die ebenfalls densogenannten Halle'schen Melodieen zugehört?Von dem Professor der Theologie, Dr. J. Daniel Herrn-schmidt zu Halle, ist das köstliche, dem 146. Psalm nachgedichteteLoblied: „Lobe den Herren, o meine Seele, ich will ihn lobenbis in Tod“, mit seiner im belebten Trippel=Takt gesetzten Stamm-