23ihn dadurch zum Aufhören und zur Amtsniederlegung zu zwingenpflegten. Bekannt ist auch, wie Luther, als ein Bettler es einstvor seiner Thür sang, das ganze Lied bis zu Ende anhörte, unddann, weil er nur noch einen Georgenthaler bei sich hatte, sprach:„Komm her, heiliger Georg, der Herr Christus ist da!“ und unterFreudenthränen dem Bettler den Thaler gab. Auch das innigeBittlied: „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ wird wohl mitRecht nach Text und Melodie dem Speratus zugeschrieben. Spenerließ es sich in seiner Sterbestunde vorsingen. Lazarus Spengler,Rathsschreiber in Nürnberg, dichtete 1524 das lehrhafte: „DurchAdams Fall ist ganz verderbt“ und wahrscheinlich auch seinetiefernste originelle Melodie, jedoch nach einem vorhandenen welt-lichen Liede. Auch die köstliche Melodie: „Allein zu dir, HerrJesu Christ“ rührt aus den Tagen der Reformation her und istwahrscheinlich der auch als Musiker bedeutende Prediger JohannSchneesing zu Friemar ihr Componist. Bunsen nennt es einunsterbliches Gebetslied des zuversichtlichen Glaubens, und der alteTob. Wagner sagt, es gehöre zu den Liedern, bei deren Absingenfrommen Christen das Herz für Trost im Leibe aufspringe.Wolfgang Dachstein, Organist zu Straßburg, sang undcomponirte 1525 das Lied: „An Wasserflüssen Babylon“diese weiche, getragene Melodie, der Paul Gerhard sein herrlichesLied: „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ unterlegtedessen Text wieder so wohl zu der empfindungsreichen Melodiepaßt. Elisabeth Creutziger, die Gattin von Luther's Gegen-schwieger Professor Creutziger in Wittenberg, die überhaupt musikalischreich begnadet war, componirte 1524 jene innige Weise: „HerrChrist, der ein'ge Gottes Sohn“, nach welcher wir noch heuteGotter's treffliches Gebetslied: „Herr Jesu, Gnadensonnesingen. Berkenmeyer, ein frommer Laie zu Ulm, sang nach einemweitverbreiteten Volksliede 1528 das Lied: „Kommt her zu mir,spricht Gottes Sohn“, — ein Trostlied für Verfolgte. Diese Melodiewurde bald in der evangelischen Kirche so heimisch, daß GustavAdolf sein berühmtes Feldliedlein: „Verzage nicht, du Häufleinklein!“ ihr unterlegen konnte, und mit seinen Worten beflügelt,ward nun das kleine todesmuthige Lied nicht allein der Lieblings-gesang seiner Soldaten und sein Schwanenlied auf dem Schlachtfeld
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Unsere Choräle : eine Festschrift zur Gedächtnissfeier des hundertjähringen Geburtstages ... B. C. L. Natorp
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