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In der Mitte des Gebäudes liegt der Kursaal mit einer von acht korinthischen Säulen getragenen
Vorhalle (Grundriss a). Der Saal ist 89 Fuss hoch, 126 Fuss lang und 49 Fuss breit (b). Man hat esdem Künstler mitunter zum Vorwurfe gemacht, dass er die Fenster in der Fronte so hoch gelegt. Diessgeschah jedoch mit gutem Vorbedacht. Es war nöthig, einen Platz, wo sich oft Hunderte von Menschendrängen und im raschen Tanze bewegen, so viel als möglich gegen die brennenden Sonnenstrahlen undden Zugwind zu schirmen, und längs der Wände hin bequemen Raum für die sitzenden Frauen zugewinnen. Uebrigens gewährt dieser auch sehr zweckmässig dekorirte Saal einen imposanten Anblick,und man muss nur bedauern, dass die Nischen, in welchen Abgüsse vorzüglicher Antiken aufgestelltwerden sollten, leer stehen.
Hinten an den Saal und zu beiden Seiten desselben reihen sich die zur Restauration bestimmtenZimmer (c). Für das Spiel wird jedoch, die Hauptsaison über, der grosse Saal benüzt.
Die Kommunikationsgänge d zu beiden Seiten bilden zwei Arkaden mit jonischen Säulen. An dieseGänge lehnen sich zwei länglichte Säle, aus denen später die im Plane angegebenen Zwischenwändeherausgenommen wurden. In einem dieser Säle hat Kunsthändler Veiten, im andern die Marx'scheKunst- und Buchhandlung ihre Kunstsachen aufgestellt. Der leztern sind auch die mit f und g bezeich-neten Zimmer eingeräumt, und sie dienen theils als Lesezimmer, theils als Buchhändlergewölbe, indenen man stets einen reichen Vorrath an teutscher, französischer, englischer etc. Literatur findet.
An die Wirthszimmer und Küche (h i) reihen sich einige andere (k), welche für Restauration benüztwerden. In dem Saale 1 wird nur gespielt, wenn die Zahl der Fremden in Baden sich bedeutend vermin-dert hat. Bisweilen werden in diesem Saale Conzerte und Deklamationen etc. gegeben, wozu er trefflicheingerichtet ist.
Die Nebensäle für gesellschaftliche Spiele (in) mögen wohl nur selten zu diesem Zwecke benüztwerden, denn die Jahreszeit, in welcher man solche Spiele liebt, ist nicht die, welche Fremde nachBaden zieht.
Das Theater n. Ueber die Zweckmässigkeit der vom Künstler auch hier wieder gewählten Formhat sich derselbe in einer eigenen Schrift ausgesprochen. Es mag ohngefähr fünf bis sechs hundert Zu-schauer fassen, und ist offenbar für Baden etwas zu klein, doch gewöhnlich nur bei Opern, denn dasrecitirende Schauspiel wird hier weit sparsamer besucht. Die Bühne selbst hat zu wenig Tiefe, einUebelstand, dem leicht abzuhelfen wäre, durch eine wenig kostbare Verlängerung gegen den hintenanliegenden Berg.
Die beiden Garderobezimmer (o) sind ebenfalls zu klein, und auch die Treppen und Gänge so wieder Raum hinter den Couüssen zu eng, allein hier war der Baumeister durch das Terrain beschränkt, undals der Bau des Conversationshauses vor zehn Jahren unternommen wurde, dachte Niemand an eine sobedeutende Zunahme im Besuch der Heilquellen Badens.
Die mit r bezeichneten Kaufmannsbuden rechts fehlen in der Wirklichkeit, wie schon oben bemerktworden. An das Theater geht ein fahrbarer Ausweg, der sich hinter das Conversationshaus (t) und umdasselbe herumzieht. Der Weg vorn ist blos für Spaziergänger.