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Unserra Oberbaudirekter Weinb'renner wurde der ehrenvolle Auftrag, den Plan zu ent-werfen , damit das Werk würdig sey des Namens, der es schmücken soll.
Der Durchlauchtigsten Fürstin treue Diener werden die Ausführung Fördern helfen mitEinsicht und anerkanntem redlichen Willen, und so wird bald unsere Stadt durch einen ländlichenRuhesitz verschönert seyn, welcher die theuersten Erinnerungen in sich bewahrt. Auch soll erallen guten Menschen offen stehen, denn hoch hervor leuchtet Menschenfreundlichkeit unter denTugenden des erhabenen Fürstenpaars, dem wir diese Anlage verdanken, und in welcher sichdie bildende Kunst liebend an die Architektur anschliefsen wird.
.. Ihr, die ihr hier versammelt seyd, wenn ihr nun bald wandelt in den Schatten, unter der!Blüthen und Blumen des Bodens, der jetzt noch öde da liegt, o, so ehrt in eurem Herzen dasGedächtnifs eines Fürsten, der uns ein Beyspiel war der Einfachheit, der Mäfsigung, des from-men Vertrauens, der unerschütterlichen Rechtlichkeit, eines Fürsten, der, wie die freundlicheNatur, sein Daseyn nur in wohlthätigen Wirkungen offenbar machte, dessen milder reiner Blickwohl das Laster zurückschreckte, aber nicht das schüchterne Verdienst und die zagende Armuth;der ein Herz hatte für die Leiden seiner Mitmenschen, aber keines für die Einflüsterungen desEhrgeizes, der Habsucht, des Dünkels oder irgend einer niedrigen Leidenschaft; der der Nothhalf, aber nicht der Ruchlosigkeit*
Geist des edlen Hingeschiedenen, gewifs blickest du herab in dieser feyerlichen Stunde aufdie, welche deine Liebe besafsen und dein Wohlwollen! O! sieh die Thränen des Dankes iriunsern Augen zittern, und vernimm gern aus unserm Munde deinen gefeyerten Namen, hier aitder Stelle, die du dir erkohren hattest.
Und Du, edle Fürstin, die ihn verstanden in seinem Thun und Wollen, die in den heitern^wie in den dunkelsten Tagen seiner irdischen Pilgrimschaft mit schöner Hingebung an ihm fest-gehalten, empfange, in diesem feyerlichen Augenblick, das Gelübde unwer Herzen! und mö-ge der Seegen, den Du um dich verbreitest, möge er tausendfach zurückströmen in Dein eignetLeben!
Möge "es lange, recht lange freudig blühen, wie der Garten, welchen Dein Wink hierhervorgehen heifst, und in dessen einsamen Schatten das Bild des theuren Hingegangenen;wie ein freundlicher Genius Dich umschweben wird. —
Auf die in den Grundstein gelegte Kupferplatte war folgendes .eingegraben :
Am 2Q ten August 1817dem Geburtstag des Markgrafen
Friedrich von Baden,
DEM ERSTEN, WELCHEN ER NICHT MEHR ERLEBTE, LEGTE DIESEN GRUNDSTEIN SEINE WlTTWE
Christiane Louise
VON
Nassau - Usingen.