155Den süßen Knaben, ihre Lust,Drückt dort die Mutter unter warmen,Verstohlnen Küssen an die Brust.Doch schnell entsinkt er ihren Armen.Sie ruft umsonst: mein Sohn! mein Sohn!Vergebens weint sie laut, und ringetDie Hände, denn die rasche Fluth verschlingetDas Kleinod ihres Herzens schon.Und früher oder später rafftDer Strom den Jüngling und den GreisenDahin mit seiner Riesenkraft,Und wälzt den Thoren samt den WeisenHin, zum entfernten OceanVergessenheit, auf dem noch immerDie Dunkelheit der alten Nacht kein SchimmerDes Lichtes unterbrechen kann.Auch meine Freuden streut die HandDes Schicksals auf die Fluthen nieder,Und keine Welle spühlt an's LandDer Eitelkeit sie jemals wieder.
Druckschrift
Denkmal aufgerichtet über den Gräbern meiner Frühverklärten : eine Schrift für gefühlvolle, theilnehmende Seelen
Seite
155
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten