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Denkmal aufgerichtet über den Gräbern meiner Frühverklärten : eine Schrift für gefühlvolle, theilnehmende Seelen
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102Pflichten der Freundschaft erfüllt, ohne daß einvon warmen Empfindungen der Liebe gegen michdurchdrungenes Herz daran Antheil hat. Dennwas er für mich thut, thut er nicht, weil er esum meinetwillen will, sondern, weil er es muß,um ein rechtschaffener Mann zu seyn, nicht ausLiebe zu mir, sondern aus Liebe zur Pflicht. DieHerzensempfindung scheint mir in der Freundschaftdie erhabene Fürstentochter zu seyn, die immerjung, und immer unmündig bleibt, und ebendeswegen nie aufhört einer ernsten Hofmeisterinnzu bedürfen, und diese ernste Hofmeisterinn istdie praktische Vernunft.VI.Nichts kann den hohen Werth der edle-ren Seelenbündnisse, die wir hieniedenerrichten, in einem strahlendern Lichte zeigen,als die Hoffnung der Wiedervereinigung mit un-ſern Geliebten in der Ewigkeit. Ohne dieſe Hoff-nung gehören dieselbe zu den nichtigen, hinfälli-gen und vergänglichen Erdengütern, die unsSchicksal und Tod in jedem Augenblick raubenkann, und die der vernünftige Mensch nie seinerheisse-