100was sie lieben, ohne Flattersinn. Auch der Treu-lose wird nicht leicht vergessen, und die fortwäh-rende Liebe sucht Entschuldigungen über Entschul-digungen auf, um die Schande seiner Treulosig-keit damit zu bedecken. Schicksal und Tod kön-nen ihnen den Geliebten, aber nicht das Anden-ken an den Geliebten, und nicht die heisse treueLiebe zu ihm entreissen. Menschen von dieser Ge-müthsart sind dazu gebohren, um im erhabenstenSinne Freunde zu seyn, und nie werden sichdiese bereden lassen, daß das Grab unsre Freund-schaften auf Erden endet, denn sie lesen in ihremInnern die große Hoffnung: Wir werden unswiedersehn.Ich habe daruͤber nachgedacht, in welchemVerhältniß Herzensempfindung und prak-tische Vernunft in der Freundschaft gegeneinander stehn. Das Resultat meines Nachden-kens war folgendes. Herzens empfindung-innige Zuneigung zu dem Geliebten, die aus demWohlgefallen an den liebenswürdigen Eigenschaf-ten des Geliebten entspringt, und mit dem feu-rigen
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Denkmal aufgerichtet über den Gräbern meiner Frühverklärten : eine Schrift für gefühlvolle, theilnehmende Seelen
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