55nicht Raum genug auf Gottes Erde? Warummessen wir denn grade diejenige Plätze mit so vie-ler Kargheit ab, wo unsre Todten schlummern,und einst zum ewigen Leben erwachen sollen? Auchbei einer überaus romantischen Einrichtung unse-rer Gottesäcker wäre inzwischen nicht zu besorgen,daß das häufige hinzudrängen der Menschen die-sen Orten die feyerliche Stille benehmen würde,die hier für das ernste Nachdenken so zuträglichist. Die Menschen scheuen sich über Gräbern zuwandeln, als fürchteten sie, daß plötzlich einGrab sich unter ihnen eröffenen, und sie ver-schlingen werde, und nur wenige haben es in derächten Lebensweisheit so weit gebracht, daß siemit einem stillen wehmüthigen Vergnügen beiden Gräbern verweilen, und dort ihren Gedankenund Empfindungen nachhängen können. Es giebtReiche, die sich und ihren Familien die prächtig-sten Grabmäler bauen, ohne sie zu besuchen, undohne bei denselben ächte Lebensweisheit zu lernen.Und wären unsre Gottesäcker lieblich und ange-nehm wie die Paradiese Gottes: so würden dochnur wenige Weisen auf denselben umherschleichen,die sich einander entweder ihre Betrachtungen undEm-D 4
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Denkmal aufgerichtet über den Gräbern meiner Frühverklärten : eine Schrift für gefühlvolle, theilnehmende Seelen
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