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Die deutsche Gartenstadtbewegung : zusammenfassende Darstellung über den heutigen Stand der Bewegung
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pch nicht nur um fchöne und gefunde ttlobnungen, fondern auch umbillige (Ilohnungen. Die Staatsregierung habe das größte Intereffe anbilligen (Ilohnungen für das Verkerjrsperfonal, weil fonft in kurzer3eit der Ruf nad? Lotyn und Gehaltserhöhung aufs neue erfolge. Erbringe daher der Gartenftadt Nürnberg das allergrößte Intereffe ent-gegen und werde pe zu fördern fucben.

Eine praktifche Beftätigung fanden diefe Kundgebungen zunächp beiErwerbung des Geländes der Gartenftadt Nürnberg. Staatsminifterv. Brettreich erklärte in den Kammerfitjungen vom 14. und 15. März 1910:

Die Gartenftadtbewegung fei eine ideale Form der (Hobnungsfürforgeund verdiene die tlnterpütjung von Staat und Gemeinde. Gemeinden,die pch dauernd gegen Darlerjnsgefucbe folcher Baugenoffenfdbaftenablehnend verhielten, würde er pch nicht fcheuen, energifcb nachzuhelfen.Die Nürnberger Gartenftadt werde auch in 3 u kunft entfprecbend ihrerEntwicklung 3 u fd)üffe bekommen. Die Beftrebungen zur Gründungeiner Gartenftadt in München feien fehr zu begrüßen. Die Regierungwerde auch in 3ukunft diefer Bewegung die größte Äufmerkfamkeitfcbenken und pe fördern durch 3 u f<^üiT e an die Genoffenfcf;aften, durchfteuerliche und baupolizeilid)e Erleichterungen.

Darauf wurde der Gartenftadt Nürnberg für das Jahr 191011 ein3ufchuß von 50000 M. zur Geländeerwerbung bewilligt; das bedeutet beieiner Fläche von 12*/2 fjektar eine Preisermäßigung von 4000 M. pro Fjektar;bei 61 Hektar alfo 244000 M.

BADEN. Im Februar 1910 richteten die der Deutfchen Gartenpadt-Gefellfcbaft angefcbloffenen Ortsgruppen nnd Genoffenfcbaften Badens eineEingabe an die beiden Kammern der badifchen Landftände, die in derSi^ung vom 15. Juli zur Behandlung kam. Aus dem Bericht des Äbg. Schmidt-Singen (natl.) über die Stellung der Regierung geben wir nachgebend daswidjtigfte wieder:

Die auf Verbefferung der ttlohnungsverrjältniffe, insbefondere derminderbemittelten Klaffen, gerichteten und durch weiträumige Bauweifeund Kleinwobnungsbau betätigten Beftrebungen der Deutfchen Gartenftadt-Gefellfchaft und ähnlicher Vereinigungen verdienen aus wirtfdhaftlichen,gefundheitlicben und äftbetifcben Gepchtspunkten aud) feitens der paat-lkhen Behörden tunlichpe Förderung. . . . Dem Antrage zur Förderungdes Kleinwohnungsbaues budgetmäßige Mittel oder Gelder der Ämorti-fationskaffe zur Verfügung zu pellen, könne in üebereinpimmung mitdem Finanzminiperium infolge der derzeitigen Finanzlage zwar nichtpattgegeben werden; jedoch feien gemeinnützige Unternehmungen daraufaud) nicht ausfchließlid) angewiefen, da ja die LandesverpcberungsanpaltBaden den Kleinwohnungsbau mit erbeblichen Darlehen unterftütjt.Dagegen folle der Kleinwohnungsbau nach Möglichkeit duicb Abgabedomänen-ärarifcben Geländes zu mäßigen Preifen unter Bedingungen,die die Spekulation ausfcbließen, gefördert werden.

Die Petition wurde darauf der Regierung in dem Sinne empfehlendüberwiefen, daß die Großh. Regierung der Gartenpadtbewegung ihre wob'-

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