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Die deutsche Gartenstadtbewegung : zusammenfassende Darstellung über den heutigen Stand der Bewegung
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Abend-Pofl, Berlin, 7. März 1909:

Es gibt eine große Menge fozialer und gefellfcbaftlicher Probleme,die allein durch Denken und Reden niemals gelöft werden können,fondern fchließlid) das ernfte fozialpolitifcbe Experiment geradezu beraus-fordern. Menfchen von tüchtigem Sinne kommen mit jeder Sache ein-mal fo weit, daß mit Reden nichts mehr getan ift; bandeln pe, fo dienenpe der Allgemeinheit. Nachdem wir jabrtaufende lang die Städtehaben werden feben, obne auf ihre Entwicklung im Sinne unfrerillünfcbe Einfluß üben zu können, nachdem wir die Gefetje derStädteentwicklung feit einem Jahrhundert ftudiert haben, warumfollten wir nicht den großen und umfaffenden Verfuch machen, unfreErfahrungen auf die planmäßige Gründung von Städten anzuwenden,ftatt uns dauernd den (Dogen der Entwicklung anzuvertrauen, die forauh mit uns umgehen? Kommt dabei nicht das heraus, was die Pionierediefer Bewegung im Äuge hatten, fo kommen zum mindeften vieleEinzelergebniffe zuftande, die für die Städtefrage von hohem Belangfind, ünfer Schnellverkebrswefen mit elektrifcben Bahnen und Dampf-bahnen madpt es theoretifcb allerdings möglich, daß Großftädte entfteben,in denen die Menfcben nicht mehr einer über dem Kopfe des andern,aud) nid)t dicht gedrängt beieinander wohnen. Für die vorhandenenGroßftädte pnd die Errungenfchaften der Verkehrstechnik zu einem gutenCeil illuforifch. Man wühlt pch zwar mübfam mit einigenUntergrund-bahnen" quer durch die Städte hindurch, aber das pnd doch nur kümmer-liche Hilfsmittel gegen die ßinderniffe, die eine planlos wirtschaftendeVergangenheit aufgetürmt hat. Schon allein der Verfuch, Induftrieund Landwirtfcbaft in diefen weit auseinander gezogenen, aber reichmit Verkehrsmitteln ausgepatteten Gartenßädten zu vereinen, ift jedererdenklichen Mühe wert.

Vertrauen wir daher der 3ukunft und bringen wir den neuen Be-ftrebungen unfere Ächtung entgegen, wie pe jede Sache und ihre Vor-kämpfer verdienen, die nach ernfter Gedankenarbeit die Erfahrungender Vergangenheit praktifcb erproben wollen, um der 3 u kunft neueBahnen zu weifen."

Kreuz-Zeitung, 25. Mai 1910:

Als Reaktion gegen die vielfachen Mißftände der ftädtifchen Ent-wicklung ift im neuen Jahrhundert verhältnismäßig fchnell die fogenannte

Gartenftadtbewegung angewaebfen .....ttlie zur etbifchen, fo trägt

ein folches Fjeim auch zur körperlichen Regenerierung der Maffen inden großen Städten bei. Die $ie\e der Bewegung verdienen daherdurchaus Anerkennung."

Frankfurter Zeitung, 26. September 1909:

... Die Deutfche Gartenpadt-Gefellfchaft arbeitet mit Kenntniffen,Klarheit und kluger Vorpcht; mit der großzügigen Ueberpcht, die Neueswagen darf. Einp wurden die parken Mauern der Städte durchbrochen.Die Sebnfucht der Bepljenden nach Luft und Gefundbeit durchbrach pe.CCIas heute die Gartenpadt febaffen will, pe erzwingen wird, das ift der(Hille diefer Bepfeenden nicht nur für eigenes Gedeihen. Es ift derKampf für Einpcht, die in alle Schichten unfres Volkes dringen muß,damit es pch felbft hilft, gefund zu werden. ..."

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