großes Inftitut zum Studium des Rhythmus. (Uir bilden Lehrkräfte aus, dieJaques-Dalcrozes rhythmifebe Gymnaftik in andern Städten lehren follen, wirwollen aber auch. Pädagogen, Herzten, Pfycbologen Gelegenheit geben, denRhythmus, diefe zugleid) belebende und disziplinierende Kraft zu ftudieren.So wird die Gartenftadt Fjellerau einer geiftigen Bewegung den Nähr-boden und die Möglichkeit breiter Entfaltung und eingebender Erprobunggeben, und wie immer diefe Entwicklung verlaufen mag, die Catfacbe, daßpd) Jaques-Dalcroze und Qellerau zufammengefunden haben, ift das lebendige3eugnis für die in der Gartenftadtidee fcblummernden geiftigen Kräfte.Fjandelt es pcb bi er auch um einen befonderen Fall — in den Äugenvieler wobl aud) um eine zu fpezielle Sache, — fo ift doch, die fymptomatifcheBedeutung diefes Vorgangs ohne weiteres überzeugend. Eines vor allemfebeint mir entwicklungsfähig: die Verbindung der Gartenftadtidee mit derpädagogifeben Reformbewegung der Gegenwart. Diefe Bewegung hat dieLanderziebungsbeime gezeitigt. Aber diefe ßeime liegen als eine Artmoderner Klöfter allzu febr von den geiftigen Lebenszentren, den Städten, ent-fernt. In dem Beftreben, den zerfe^enden Einflüffen des Stadtlebens zuentfliehen, legten pe ihre Gründungen ins freie Feld der unberührten Natur.Sie vergaßen, daß eine Schule wie ein Einzelmenfcb in völliger Verein-famung zum Sonderling werden muß. So können diefe Schulen oft nur denCöert einer pädagogifeben Rarität für [ich in Hnfprucb nehmen. In den Garten-ftädten würden pe pd) einem Organismus einordnen, der gleich ihnendurch ein höheres 3iel diszipliniert und belebt wird, durch ein 3^1» dasauslefend wirkt und damit ein wichtiges Stück ihrer Erziehungsarbeit leiftet. —(Vergl. auch Bericht „Fjellerau" S. 17—24 und Nachtrag S. 109.)
Die Gartenftadtbewegung in der deutfd)en Preffe.
V
on den vielen ßunderten von ausführlichen Äuffäfeen und Befprecbungen,die von 3eitungen aller Parteiriebtungen gebracht wurden, feien nach-gebende Stichproben wiedergegeben:
Rheinifch-Weftfälifche Zeitung, 11. November 1910:
„Unfer (Uobnungswefen gleicht noch immer der ungebändigten Urkraftdes Stromes, der Schaden ftiftet, feine Ufer durchbricht, weil er nichtrichtig geleitet ift. 3umal im Induftriegebiet fteljt trotj vieler gemein-nütjiger Beftrebungen hier noch manches im 3eid)en der Regellopgkeit.und in den großen Städten, wo pd) Kopf an Kopf drängt, wird esauch fürs erfte nicht anders werden. Sie entftanden, ohne zu wiffenwohin die Kräfte zielten, die bei ihrem (Herden mitwirkten und pewaebfen weiter, ohne den (Heg der Entwicklung überfebauen zu können.Alljährlich entftehen im (Heicbbilde des Kohlenbezirks neue Siedlungen,die, heute nod) Dorf, nid)t wiffen, ob pe nicht in 20 bis 30 Jahren Groß-ftadt fein werden. Ob pe von den Fehlern der Vergangenheit lernen?Bei einigem (Xleitblick wäre es heute möglich. Nid)t umfonft haben(Uobnungsgenoffenfcbaften, hat die Gartenpadtbewegung gearbeitet.Nicht ohne (Xliderball blieb die Arbeit der modernen Städtebauer.
Allerdings — alle diefe Arbeit bedarf des vorbereiteten Bodens, ver-langt einen gewiffen Kulturzuftand, um reifen zu können. Die neue
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