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Die deutsche Gartenstadtbewegung : zusammenfassende Darstellung über den heutigen Stand der Bewegung
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Auspichten der Gartenftadtbewegung.

Nad) Dr. K. v. Mangoldt, Frankfurt a. M.

"\\s den Kern des bisher von der Gartenftadtbewegung Geleifteten darf manZA wohl anfeben, daß durch die Gartenpadt zunäcbft in der Idee, und dann

auf dem (liege des gelungenen Verfucbes in der Klirklicbkeit ein neuerund endlich einmal wirklieb befriedigender Cypus des Städtebaues gefebaffenwird. Und dies als notwendiger Ausfluß der grundlegenden Gedanken:auf noch nicht überteuertes Neuland hinauszugehen, fowie den febädigendenEinfluß des Privateigentums am ftädtifeben Boden auszuphalten und fo dieFjaupturfacben zu vermeiden, welche die begebenden Städte an einer gründ-lichen Befferung bindern.

und diefer fo fegensreiebe und dem bisberigen modernen Städtelebenfo weit überlegene Cypus kann nicht nur in vereinzelten, befonders be-günftigten Fällen, fondern in febr weitem Umfange verwirklicht werden.Der billige Boden, der zur Gründung von Gartenpadtpedlungen notwendigift, ift bei uns noch bei zahlreichen kleineren Orten in unmittelbarer Nabevorbanden, bei den mittleren, großen und ganz großen Orten aber ift erimmerbin in weitem Umfange durch Fjinausgeben erreichbar. Die Dezen-tralifationstendenz unferer Induftrie und unfere modernen Verkebrsmittelmachen dies beute febon einem erbeblichen Bruchteil unferer Stadt-bevölkerung möglich-

Auch binpchtlicb der unternebmenden und ausfübrenden Kräfte für dieVerwirklichung folcher Gründungen dürfen wir nicht obne 3 uver P°bt in die3ukunft blicken. Schon die eigentlichen, in den beiden legten Jabren inimmer größerer 3abl P<h bildenden gemeinnützigen Gartenftadtunternebmungenwerden einen nicht unbeträchtlichen Ceil zur praktiphen Durchfübrung derGartenftadtgedanken zu leiften vermögen. (Heiter aber wird vorauspchtlicbunfere Baugenoffenfchaftsbewegung, mit der 3 e i* mebr und mebr in dieGartenftadtpfade einlenken. Und erft recht die Konfumvereine! Ift doch dieGartenftadt im Grunde ibres ülefens eine genoffenfchaftlicbe Schöpfung.Und es entfpringt uns gerade daraus die Fjoffnung, daß die mannigfachenwichtigen Reformbeftrebungen, die auf dem gefund-frifeben Boden derGartenpadtpedlungen gedeihen werden, einmal ibre Krönung finden in einemalle erfüllenden Geifte, ähnlich wie man ibn unferen mittelalterlichen Städtenin ibrer Blütezeit nachrühmt, wo tro£ aller Intereffenkämpfe die Bürgerfchaftvon einem ftarken genoffenfcbaftlichen Geifte erfüllt war, der pe zu geradezuftaunenswerten Leitungen befähigte. Die Fjoffnung ift nicht zu kübn, daßin den künftigen Gartenftädten kraft des einbeziehen Bandes, das vonvornberein alle Einwobner umfchlingt, wiederum ein ähnlicher kommunal-genoffenfchaftlicher Geift erblühen und pegreieb über Fjabfucht und Eng-herzigkeit triumphieren wird.

Solche Selbftbilfe in genoffenfchaftlicher Form ift den gefetjgeberifchenund fonpigen öffentlich-rechtlichen Beprebungen gegenüber ein Pionier desFortfd)ritts. Die durch pe in Fluß gebrachte Volksbewegung wird, wenn peimmer mehr anwächft, von peigendem Einßuß auf das Verhalten der Ge-meinden, Kreife und Provinzen und des Staates fein, und pe allmählich zuder Einpcht bringen, daß die Ideen der Gartenftadtbewegung im Intereffeder Volksgefundbeit, der Vaterlandsliebe, der Konkurrenzfähigkeit im (Hett-preite der Völker durchgeführt werden muffen. Insbefondere könnte beiAnlage neuer Scbiffabrtsftraßen und Eifenbabnftrecken durch planmäßigesVorgeben ganz außerordentliches erreicht werden.

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