immm
BSa&x&mäim
Kläranlage gebaut. Die Beleuchtung der Straßen und r)äufer ift elektrifdj.Den dafür nötigen Strom liefert die Kraftanlage der Deutfchen (Xlerkftättenfür ßändwerkskunft. Alle ßäufer erbalten Gas- und (Uafferleitung.
3ur künftlerifchen Mitarbeit find einige der bekannteften deutfdjen Archi-tekten berangezogen: Prof. Riemerfcbmid, Ärcb. Ceffenow, Geb. Rat Mutbefius,Prof. D)eodor Fifcber, Prof. Cfcharmann, Prof. ßempel, Architekt ßobnratb u. a.
Die Genoffenfd}aft begann ihre Bautätigkeit im Jabre 1909 mit 24Pjäufern. Bis Ende 1910 wurden 139 ßäufer mit im ganzen 149 (Xlobnungenfertiggeftellt. Von den mannigfacben Grundrißlöfungen und Geftaltungsformengeben die beigefügten Abbildungen eine gute Vorftellung. Sie zeigen, mitwie einfachen Mitteln der tüchtige Architekt anfpreebende (Xlirkungenerreichen kann. (Xläbrend wir fonft faft in allen Städten feben muffen, wiefelbft tüchtige Architekten nur einzelne ßäufer bauen, obne bei ihrerGeftaltung auf Form und Farbenwirkung der Nachbarbäufer Rückficht zunehmen, wird in ßellerau und erfreulicherweife auch in anderen Garten-ftädten von den verfchiedenen Architekten zielbewußt auf einheitlicheStraßenbilder und Platjwirkungen hingearbeitet.
Der kleinfte ßaustupus enthält im Erdgefchoß (Xlobnftube und Küche,im Obergefchoß zwei Schlafzimmer, außerdem Speicher, (Xlafcbküche undKeller bei einer Nutzfläche von 52—55 qm und einem jährlichen Mietspreis von250—260 M. Vom Fjerd der Küche oder vom Kachelofen der (Xlobnftubeaus können auch die Schlafräume des Obergefdboffes angewärmt werden.In Krankheitsfällen oder bei anderer Benutzung der oberen Räume könnendarin eiferne Füllöfen aufgeteilt werden. Eine Ventilationsanlage forgt fürden Abzug der verbrauchten Luft. Die Räume find % 2,50 m hoch, die Creppen80 cm breit und haben ein Steigungsverhältnis von 20:20 cm. Die Mauernim Erdgefchoß |md 33 cm ftark mit ifolierender rjoblfchicbt gebaut. ImObergefchoß wird 13 cm ftarkes Fachwerk mit einer 3 cm ftarken innerenIfolierfchicht verwendet. Freigebende Käufer und Giebelfeiten find durchgehend39 bezw. 33 cm ftark gebaut. Bei einem Ceil der ßäufer kommt neuerdings einevom Architekten Ceffenow erfundene patentierte Baukonftruktion zur Anwen-dung, bei der an Material und Arbeit erbeblich gefpart werden foll.
Im Landbausviertel find bereits 30 Landbäufer gebaut worden. Diegroße Fabrikanlage der (Xlerkftätten für FJandwerkskunft ift nach demEntwurf von Riemerfcbmid gebaut. Am Marktplatj geben die Gefchäfts-bäufer mit ihren Läden der Fertigftellung entgegen. Noch in diefem Jahrefoll ein Ledigenheim und ein Gafthaus mit Fremdenzimmern und Saal fertigwerden. Auch der Bau der „Bildungsanftalt JaquesDalcroze" wird noch in diefemJahre nach Ceffenows Entwurf fertig werden. Schon jetjt erhalten die Kinderaus FJellerau in proviforifchen Räumen bei Dalcroze mufikalifchen Unterricht.
In den Deutfchen (Xlerkftätten fowie in einer Gärtnerei wirdßandfertigkeits- bezw. Gartenbauunterricht erteilt. Diefe Unterrichts- undErziehungsmöglichkeiten follen in einem befonderen Schulwefen zufammen-gefaßt und verwertet werden. Als kultureller Mittelpunkt der ganzenSiedlung wird die Errichtung eines Volksbaufes geplant.
In kurzer 3cit ift in rjellerau trotj mannigfacher Schwierigkeiten undrjemmungen fo viel erreicht worden, daß wir hoffen dürfen, daß die ebenangedeuteten und noch fo manche anderen weitfebauenden Pläne der Gründervon ßellerau Jlch in abfebbarer 3eit verwirklichen werden.
24