Die widbtigften diefer Rechtsmittel find: das Erbbaurecbt (d. i. dasvererblicbe und veräußerliche Recht, auf gepachtetem Boden ein Fjaus zu er-richten); ferner das ttliederkaufsrecbt (zum urfprünglicben Preife, abzüglichder Äbnutjung und zuzüglich etwaiger baulicher Verbefferungen), vor allem.aber der genoffenfcbaftlicbe (oder kommunale) F)aus- und Grundbefitj (Abgabevon r)aus und Garten nur in Miete oder Erbmiete).
Diefer cüertzuwacbs gibt zugleich dem entftebenden Gemeinwefen dieMittel, um Allen zugängliche Einrichtungen zur Bildung von Körper undGeift zu fcbaffen: Spiel- und Sportplätje, ttlaffer- und Luftbäder, Kinder-gärten, Volkshäufer, Bibliotheken, Lefeballen und dergl.
Hlle diefe Forderungen find ftückweife von Gemeinden und Bau-genoffenfchaften, von Induftriellen und Cerraingefellfcbaften verwirklichtworden. Aber erft aus ihrer planvollen 3 u r arnrnGn f a IT un 9 erwuchs die voll-ftändig neue Siedlungsform der Gartenftadt.
Man verfteht alfo unter einer Gartenftadt oder einer Gartenvorftadtnicht eine beliebige Stadt oder Vorftadt mit ein paar Gärten in ihren Mauern.Sie hat auch nichts zu tun mit den Villenkolonien, die findige Terrain-fpekulanten mit dem Namen „Gartenftädte" fchmücken, um die öffentlicheMeinung für ihre nichts weniger als gemeinnützigen Gründungen zu ge-winnen. Eine Gartenftadt ift eine planmäßig geftaltete Siedlung auf wohl-feilem Gelände, das dauernd im Obereigentum der Gemeinfchaft (Staat,Gemeinde, Genoffenfchaft und dergleichen) erhalten wird, derart, daß jedeSpekulation mit dem Grund und Boden für immer ausgefchloffen und derWertzuwachs der Gemeinfchaft gefiebert bleibt. Diefe foziale und wirtfehaft-liche Grundlage bringt und erhält der neu entftehenden Stadt auch denGarten — felbft für den Minderbemittelten —, macht fie zur „Gartenftadt".
In foleben Gartenftädten führt die gemeinfame Arbeit an großen wirt-schaftlichen und kulturellen 3ielen die Menfcben zu befferem gegenfeitigenKennen und Verfteben., Jle weckt das uns verloren gegangene Gefühl dafür,daß nicht der gegenfeitige Kampf, fondern die gegenfeitige ßilfe für dierjöherentwickelung der Menfcbbeit ausfcblaggebend ift. Erft wenn diefesGefühl in weiten Bevölkerungfcbicbten lebendig geworden ift, werden diezabllofen Kräfte, die fieb heute noch im gegenfeitigen Kampfe aufreibenmuffen, für aufbauende Arbeit frei werden.
cüas hat die deutfebe Gartenftadtbewegung erreicht?
Die Anfänge der deutfeben Gartenftadtbewegung flehen im engften 3u-fammenhang mit der englifcben. 3war hat bereits im Jahre 1896 einDeutfcber, Ubeodor Fritfcb, die 3iele der deutfeben Gartenftadtbewegunggroßenteils gezeichnet; aber erft das zwei Jahre fpäter erfebienene Buchdes Engländers E. Fjoward „Gartenftädte in Sicht" fliehe Schriftenverzeichnisauf der legten Seite!) gab den Änftoß für die Gartenftadtbewegung. Baldnach dem Erfcbeinen des Buches wurde die Englifcbe Gartenftadt-Gefellfcbafl1*