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Sebastian Schedel, der Dürersche Unbekannte im Pradomuseum?
Entstehung
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liese. Er zöge um A. 1674 auf Churfürsten Friderich WilhelmsBegehren nach Berlin und wiese allda noch weiter seine Ge-schicklichkeit durch noch mehrere Proben; gienge endlich nacheiniger Zeit von dar wiederum hinweg und starb um 1680 aneinem unbekannten Orth.» 2 Der Stich (vgl. Abbildung) kannuns keine sehr hohe Meinung von des Künstlers «Anmuth>beibringen, dagegen mögen wir ihm wohl dankbar sein, daßer uns jenen Nachweis über ein Dürersches Porträt einer Bar-bara Schedel überliefert hat.

Es entsteht natürlich sogleich die Frage, ob uns das Por-trät, welches als Vorlage für den Stich diente, noch erhaltenist. Ich glaube, daß dies in der Tat der Fall ist. Im Laufemeiner Nachforschungen, für welche das Hellersche VerzeichnisDürerscher Oelgemälde einen ersten Anhaltspunkt zu gebenschien», hatte Professor Friedländer die Freundlichkeit, mich aufdas von ihm selbst wiedergegebene Porträt einer «PrinzessinBarbara von Sachsen» von der Hand Lukas Cranachs des Ael-teren bei Seidel, Gemälde alter Meister im Besitze Seiner Ma-jestät des Deutschen Kaisers, Textband, Seite 55, aufmerksamzu machen 4 (vgl. Abbildung). Es dürfte wohl keinem Zweifelunterliegen, daß Leonhard dieses Bildnis (oder vielleicht eineKopie desselben) zur Vorlage benutzte. Gewisse Abweichungensind ja vorhanden, die aber wohl auf ein Mißverstehen des

2 Heller, Handbuch für Kupferstichsammler, 1850, gibt an, daß er1633 zu Dünkirchen geboren sei.

3 Heller, Das Leben und die Werke Albrecht Dürers, 2. Bd., 1827,S. 145: „Berlin, a., In der königlichen Sammlung 1790. Bildniss einesFrauenzimmers, welche ihre Hände ineinander geschlungen hat; sie istmit goldenen Ketten, Perlen und Ringen geschmückt, um den Hals hatsie ein breites, goldenes Halsband mit Steinen, auf dem Haupte einenHut und darunter eine Haarhaube; ihr Kleid ist von rotem Sammet, mitPerlen und Bändern verziert. Die Hände sind ineinander geschlungen,und ihr Charakter ist sehr gefällig und freundlich. Es ist auf Holz sehrfleißig gemalt. Höhe ein Schuh 8 Zoll. Breite 1 Schuh 5 Zoll."

* Das Bild hängt im kaiserlichen Schloß. Maße nach Friedländer:Höhe 0,42 m. Breite 0,30 m.