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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Verschiedene italienische Parterres

16. KAP.

gegeben sind, durch, so sieht man mit Staunen, wie viele von ihnen, soweit sie nichtAnlagen ganz neuen Datums sind, dieser Bewegung des englischen Gartenstils ange-hören. Wilton, Harewood in Yorkshire, Holland House in London, Longford Castle inWiltshire sind weitere Beispiele 6 , wie man die italienischen Parterres von dem male-rischen Park zurückgewann. In Schottland besonders kehrte man damals sogar zu einembedeutenden Terrassenbau zurück, dort hatten sich noch alte Vorbilder erhalten, an diesich leicht anknüpfen ließ. Zu diesen gehörte Drummond Castle (Abb. 610), dessen alterTerrassenplan durch die neue Bepflanzung ein sehr verändertes Gepräge erhalten hat.Eine Anlage aber, wie Shrubland Park bei Ipswich, das Sir Charles Barry im Verein mit

Abb. 611

Shrubland

Park, Ipswich

Nach Latham

dem Maler Nesfield als erste Leistung für den Baron Saumarez anlegte 7 , hätte ohnesolch alte Vorbilder doch nicht die Sicherheit ihres Terrassenaufbaues gehabt: Zwischeneinem oberen und unteren italienischen Parterre läuft eine elegante Treppenflucht überfünf steile Terrassen herab, überall von Balustraden umsäumt, und oben und untendurch ein offenes italienisches Sommerhaus betont (Abb. 6ii).

Nachdem einmal das historische Interesse der Nachahmung oder Wiedererweckungbestimmter Stilarten rege geworden war, versuchte man, sich wenigstens durch einengewissen äußeren Schmuck auch anderen Stilarten anzupassen. Als sich der Herzog vonWestminster bei seinem neogotischen Schlosse in Eaton House ein Blumenparterre ausseinem malerischen Garten herausschnitt, stellte er dort statt der RenaissancestatuenRitter und Edelfrauen auf, das hübsche Bassin erhielt eine Drachenfontäne, die Balu-strade zeigte gotische Spitzbogen. Die Zeit war vorüber, in der ein bestimmter Stil