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Bedeutung des holländischen Gartens
13. KAP.
Erdbewegung selten und dann nur mit Hilfe von künstlichen, mit einem Lust-haus gekrönten Hügeln (Abb. 546) oder durch ein vertieftes Parterre, ein boulingrin,hervorgebracht. Die Forderung der Zeit nach Abwechslung mußte in diesenebenen Gärten in erster Linie durch das Wasser befriedigt werden. Doch so reichund vielgestaltig dieses auch verwandt wird, bald als großes spiegelndes Bassin(Abb. 547), das gerne den letzten Abschluß großer Gärten bildet, bald als viel-fach gestaltete Fontäne und figurenreiche Brunnenschale, bald als Kanal, derden ganzen Garten oder auch einzelne Teile desselben umgrenzt (Abb. 548), esfehlt ihm doch bis auf geringe Ausnahmen naturgemäß eine seiner größten Zierden,die Kaskade.
Es kann kein Zweifel sein, daß um die Wende des XVII. Jahrhunderts der Durch-schnitt der holländischen Gartenkunst außerordentlich hoch steht. Der Sinn für Ord-nung und Sauberkeit kam der Unterhaltung der Gärten zugute, aber das Gefühl füreine gewisse bürgerliche Gleichheit läßt die Individualitäten in der Gartenkunst, diediese Zeit in Deutschland so besonders auszeichnen, nicht aufkommen. Das Ver-bindungsglied, Fluß oder Kanal, verbreitet die einzelnen Motive zu unmittelbar, unddie großen reichen Herren, der Adel wie die fürstlichen Kaufleute, waren gleich mit denMitteln bereit, ihren Gärten jeden Schmuck, der modisch wurde, zuzuführen. Hollandwar durch diese, dem Reisenden so sichtbare und in dem kleinen Lande nahezusammengerückte Gartenentfaltung in dieser Zeit ein guter Lehrer, und nach denfranzösischen Gärtnern finden wir holländische häufig in fremden Diensten, wo
Abb. 548Haus Peters-burg, Holland,Berceau undKanal
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