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La Granja, Ildefonso
13. KAP.
bildet. Der breite Weg, der an der Gartenfassade des Schlosses entlang führt, endet in demsogenannten Bade der Diana (Abb. 534), einer umfassenden Brunnenanlage in Formder französischen Wasserbüfetts, überreich mit Marmorarchitektur und Bronzestatuengeschmückt; von ihr fällt das Wasser in seitlichen Fällen, Springbrunnen und Wasser-schleiern herab in ein großes halbrundes Bassin. Die Südwestfassade des Palastes bildetden großen Ehrenhof, den Patio de la Herradura, hieran schließt sich ein seitliches Par-terre (Abb. 535), das wieder in einer kolossalen Brunnenanlage, derFuente de la Fama,seinen Abschluß findet: ein Fels, auf dem Gestalten in den unmöglichsten Stellungen
Abb. 533
La Granja,
Ildefonso,
Neptungruppe
Phot.
kleben, wird von einer Fama, auf einem Flügelrosse sitzend, gekrönt. Es ist der MonteParnaso, den ein spanischer Garten von der frühesten Renaissancezeit her nicht gerneentbehrte. Ganz auf der Höhe, vom Schlosse entfernt, liegt dann noch ein großes Wasser-reservoir, el Mar genannt, das, obgleich in der Achse des Schlosses gelegen und durchParkalleen zugänglich, für das gemeinsame Gartenbild nicht nutzbar gemacht ist. Fürsich aber in der ernsten Umgebung des dunklen Bergwaldes bildet es einen glücklichenKontrast mit dem reichen, heiteren Garten. Unleugbar sind die Künstler hier auf ein-zelne schöne Gartenblicke, die durchaus auf Brunnenumgebung (Abb. 536) in spanischerRenaissancetradition abgestimmt sind, bedacht gewesen. Aber sie liegen ohne Unter-ordnung und daher ohne rechten Rhythmus zum Gesamtbilde nebeneinander; alsodas, was dem französischen Garten seine letzte Größe verlieh, das Verhältnis der Teilezum Ganzen, ist hier vernachlässigt worden.