13. KAP.
Eremitage bei Bayreuth
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die Eremitage hatte der Erbauer von St. Georgen, der Markgraf Georg Wilhelm, angelegt;und zwar sollte ihm seine Eremitage kein stilvolles Marly werden, sondern ein Gebäude,das auch äußerlich mit seinen unbehauenen Steinen die Vorstellung erwecken sollte, daßdie Zimmer Zellen seien, und wenn die Zimmer auch nicht so ausschauten, so hauste dochdarin der Markgraf mit seiner Gemahlin und seinem Hofe, als Eremiten verkleidet, undließ sich durch ein Glöcklein zum Gebet rufen. Wilhelmine hat, als sie die Eremitageals ein persönliches Geschenk ihres Gatten erhielt, das Schlößchen umgestaltet, ohneihm doch den ursprünglichen Charakter ganz zu nehmen; sie selbst sagt in der höchstanschaulichen Schilderung, die sie von ihrem „Tusculum" gibt: „von außen hat das
Abb. 517EremitageBayreuth,Orangerie
Phot.
Haus keinen architektonischen Schmuck, man würde es für eine Ruine unter Fels-stücken halten. Doch ist vor der Hauptfront ein kleines Blumenparterre mit einer Kas-kade im Hintergrund, die in einen Felsen gehauen scheint und bis an den Berg fließt, wosie sich in ein großes Bassin ergießt." Und unvergleichlich führt ihre Schilderung weiterdas Bild dieser Übergangszeit vor Augen. „Jeder Weg im Walde führt zu einer Einsie-delei oder sonst etwas Neuem (einer variete). Ein jeder von uns hat seine eigene Ein-siedelei, und sie ist immer von der anderen verschieden. Die meinige hat die Aussichtauf die Trümmer eines Tempels, der nach dem Muster derer, die uns von dem altenRom übrig geblieben sind, gebaut ist. Ich habe sie den Musen geweiht, man findet diePorträts aller berühmten Gelehrten des Jahrhunderts darin, Descartes, Leibniz, Locke,Newton, Bayle, Voltaire, Maupertuis usw. Zur Seite ist ein runder Saal und zwei kleinereZimmer und eine kleine Küche, die ich mit altem Porzellan von Raffael habe verzierenlassen. Beim Austritt aus den kleinen Zimmern kommt man in einen kleinen Garten, an