13. KAP.
Schwetzingen
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Pratique du Jardinage" hat hier den Grundplan stark geregelt: Das Parterre endet ineinem länglichen Wasserbassin. Jenseits führt als Mittelachse zwischen den Bosketts das„tapis vert", ein breiter, mit Statuen geschmückter Rasenstreifen, bis zu dem großenQuerkanale, der eine kleine Erweiterung in den Park hinein zeigt. Auch den halbrundenAbschluß des Parterres durch Laubengänge aus Lattenwerk empfiehlt das französischeGartenlehrbuch. In Schwetzingen schließen sich diese mit den ebenfalls halbrundenGaleriegebäuden zu beiden Seiten des Schlosses zu einem Kreise zusammen, was demGarten ein besonderes Gepräge gibt, umso mehr, als das Parterre, das Frank-reich immer ganz offen bildete, hierlängs und quer von Alleen durchzogenist, die natürlich ganz niedrig im Ver-schnitt gehalten wurden. Es war diesein Nachgeben an den Zeitgeschmack,der die Heimlichkeit und den Schattenden offenen Prachtgärten vorzog. VomPian nobile des Schlosses konnte mandoch das Ganze überschauen: das kreis-förmige Parterre mit den schmalenblumenverzierten Mittelbeeten undden trapezförmigen Seitenstücken. Dieheute hochgewachsenen Bäume ver-schleiern diesen Eindruck, so schönauch ihre Laubmassen sind. In diesergroßen Linienführung bleibt der Gartennoch in besten französischen Traditio-nen, dagegen zeigt sich in der Anlageder Bosketts eine wachsende Unsicher-heit. Es waltet hier ein deutliches Be-streben, dem stilfremden Evangeliumder Schlängellinie sich zu bequemen.Freilich hatte hier schon die ganzeEntwicklung in der Linienführung derParterremuster vorgearbeitet. So reichaber die Broderie in den Mustern Lud-wigs XIV. auch war, sie wurde niemals ausschweifend und kleinlich. Der Takt der breitenMassen und des klaren symmetrischen Musters hielt sie zurück, aber schon unter Lud-wig XV. und Madame de Pompadour dringen in den Parterres mehr und mehr die zerstück-ten kleinen Dessins, die von einer völlig gelösten Arabeske durchflochten werden, durch.In den Bosketts hatte man sich immer freier ergehen mögen, und das Boskett Les Sourcesim Grand Trianon zeigte sogar schon die Schlängellinie. Was aber anfangs nur als Abwechs-lung geduldet wurde, verbreitete sich nun um so lieber, als man sich dadurch auch Alleen,,ä l'anglaise" anlegen konnte, die der regelmäßige Stil doch noch bändigte. Von eigent-lichen Sentimentalitäten halten sich die Bosketts des Schwetzinger Gartens jener erstenPeriode noch frei. Pigage, der Architekt der kleinen Bauwerke im Parke, war kein großer
Abb. 509
Schwetzingen,
Apollotheater
Stich vonVerhelst