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Schönbrunn
13. KAP.
Abb. 497Schönbrunn,Wien,,künstliche \Ruine
Phot.
französisch gebildeter Holländer, Steckhoven, damals Gärtner war; sie entsprachen demösterreichischen Kunstempfinden zu wenig. Das Parterre selbst wurde natürlich derMode entsprechend häufig umgestaltet; um die Mitte des Jahrhunderts war es ä l'an-glaise in Rasenmustern mit schmalen Blumenbändern angelegt. In den achtziger Jahrenbeherrschte alle Gärten die Mode, die Rasenparterres mit Blumenkörben zu zieren,worin beständig blühende Blumen gehalten wurden 44 (vgl. Abb. 549). Die eigent-lichen Blumengärten aber liegen als giardini secreti zum Teil vertieft zu beiden Seitendes Schlosses (Abb. 496), von dem großen Garten durch eine Pergola getrennt und ge-schützt. Erst in den siebziger Jahren erhielt auch das Parterre seinen schönen Abschlußin dem Neptunbrunnen, der den Fuß des Gloriettehügels umkleidet. Zu beiden Seitenrahmten das große Parterre von Anfang an die Bosketts ein, die ursprünglich als Irr-gärten und sogenannte Kammern angelegt waren (Abb. 495 links). In den Kreuzungs-punkten der Hauptwege fesseln den Blick schöne Brunnen mit Skulpturen.
In dem weiteren Parke liegen noch einige Anlagen, die bei der langen Bauzeit vonSchönbrunn als Zeichen verschiedener Zeitströmungen sich doch willig in den großenherrschenden Stil eingeordnet haben. Die stärkste Anlehnung an Versailles zeigtdie Menagerie (Abb. 496), eine Lieblingsschöpfung von Maria Theresias Gemahl,Franz I. Ihre konzentrische Anlage ist weit schematischer als in Versailles. Auchhier liegt in der Mitte ein Lusthaus, von dem die radial ausgehenden Tierzwingerüberschaut werden können. Und nur wenig später als die Menagerie erbaute Hohen-berg 1776 am Fuße des Hügels, links von dem Neptunbrunnen, im Parke eine künstlicheRuine (Abb. 497), die, glücklich in das Parkbild komponiert, einen Schlußpunkt füreine der Seitenalleen bildet. Immer wieder sind wir von Zeit zu Zeit in der Garten-kunst auf eine Vorliebe für Ruinen gestoßen, aber sie hatte noch immer den richtigenNährboden nicht gefunden. In Italien benutzte man echte Ruinen, wie man antike