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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Würzburg

13. KAP.

und des Goldes untersagt ist, sondern die in einem dem Palast würdigen Aufzug erschei-nen soll, und welchem Palaste, einem der schönsten Europas!" Besser kann das Wesendieser Gartenkunst der deutschen Rokokozeit nicht ausgedrückt werden. Und in diesemGeiste ist auch der Garten angelegt. Der Ziergarten (Abb. 478) hatte keine große Achsen-ausdehnung, die Begrenzung des Parterres mit der balustradengesäumten Terrasse, dasTreppensystem, das in der Mitte die Kaskade und eine Grotte einschließt und sich imGarten in halbrunde Treillage fortsetzt, bietet ein Bild, das in seinem festlichen Glänzemehr an italienische als an französische Vorbilder erinnert. Gerade die geistlichen Herren______________ z0 § mre Interessensphäre immer stark

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nicht verwunderlich ist, wenn der künst-lerische Einfluß Frankreichs auch imGarten häufig wieder durch den Italiensunterbrochen wird. In Würzburg schloßsich an den reizvollen Ziergarten an derSchmalseite des Palais die Orangerie anund den zweiten Festungszipfel hinaufder Küchengarten. Mayer macht selbstauf die Abstufung seines Gartens auf-merksam. Auf die Orangerie folgt, waser den Irrgarten oder das Labyrinthnennt,in einem Genre, das sich demländlichen schon nähert". Es ist eineseltsame Anlage (Abb. 479): Hecken-wege, die mit dem alten Labyrinthwenig mehr zu tun haben, verbindeneine Menge kleiner Bauwerke, Tempel,gotische Ruine, Kohlenhütte, Stroh-haus, Einsiedelei, alles dies Requisiteneines neuen Stiles, aber regelmäßiggruppiert einen Tribut glaubte Mayerseiner Zeit doch zahlen zu müssen.Weiterhin zeigt uns der Plan noch einvertieftes Boskett und eine Grotte mit äsopischen Fabeldarstellungen. Heute nochhaben sich eine Fülle von Statuen erhalten (Abb. 480 u. 481).

Fürstbischof Adam von Seinsheim war noch ganz rigoros dem alten Stil ergeben.Er ließ alle Gärten seiner Schlösser im Bamberger und Würzburger Gebiet fest imalten Stile erhalten, obgleich manche seiner Künstler, wie der Garteninspektor Jacob,im Herzen dem englischen Stile huldigten". Auch das Lustschloß der WürzburgerBischöfe, Veitshöchheim, wurde von ihm, wenn auch nicht angelegt, so doch ausgebautund mit reichem Statuenschmuck versehen 36 (Abb. 482), der sich hier vollständig genugerhalten hat, um ein Bild dieser Gartenplastik des deutschen Rokokos zu geben, woim bunten Durcheinander mythische Götter, Schäfer und Schäferinnen in idealemGewände und Bauern im Zeitkostüm, auftreten. Es ist dies eine Sitte, die Italien im

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