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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Nymphenburg

13. KAP.

Abb. 458

Nymphenburg,

Gesamtplan

Nach Effner

eine Lösung, die der französische Garten selten anwandte. Er verlangte über den Haupt-kanal hinaus den unbehinderten Blick in die offene Landschaft, dem höchstens in derFerne ein Kirchturm einen Ruhepunkt gewähren durfte.

Eine freiere Entfaltung fand hier das zweite der Schlösser Max Emanuels, Nymphen-burg 17 . Im Reichtum seiner Wasserbehandlung, in der Vielseitigkeit der Parkanlagengebührt Nymphenburg unstreitig der erste Platz unter den ebenen Gärten Deutsch-lands (Abb. 458). Wie in Schleißheim wurde ein Teil des Würmflüßchens durchNymphenburg als Kanal geleitet, so daß schon die Auffahrt von der Stadtseite voneinem langen Kanal, der in zwei breiten Wasserspiegeln und Fontänen endet, begleitetwird. Diese prächtige Einleitung findet ihre Fortsetzung im Garten: schmale Kanäleumfließen den Ehrenhof, das Schloß und das große fontänengeschmückte Parterrede broderie und vereinigen sich aufs neue in einem breiten Becken mit sechs Spring-brunnen, das den Kopf des großen Kanales bildet, der als Mittelachse die zu beidenSeiten erhöht liegenden Bosketts durchschneidet (Abb. 459). Er endet zunächst imbreiten Becken, in das eine reiche Marmorkaskade sich ergießt, die ihre vielfachen,mit Statuen geschmückten Fälle dem Schlosse zukehrt, und die für sich den Ab-schluß des noch weiter in den Park hineinreichenden Kanals bildet; von hier schweiftder Blick weiter bis zu dem Kirchturm von Pasing. Von dem reichen Schmuckdieser Anlage, der sich noch bis in das Ende des XVIII. Jahrhunderts unberührtvor dem Ansturm des neuen Stiles erhalten hatte, mag ein Reisender, der Edlevon Rotenstein, berichten, der Nymphenburg im Jahre 1781 besuchte 18 (Abb. 460u. 461):Der Garten hat 19 Springbrunnen, welche 285 Wasserstrahlen geben; soviele Wasserkünste, vergoldete Vasen und Statuen und viele Blumen in das Auge