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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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7. KAP.

Rom, Villa Albani

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herrlichsten Blick über die Campagna bis zur blauen Grenze der Sabiner Bergeheute wird der schweifende Blick schnell durch eine Mauer trauriger Mietskasernenin die Nähe zurückgescheucht. Die zweite Hauptachse wird durch das Kasino be-stimmt, das mit seiner breit ausladenden Säulenhalle erhöht über dem großen Schmuck-parterre liegt (Abb. 278). Auf Rampentreppen steigt man herab, die Beete sind in derZeichnung des Arabeskenmusters in Buchs im Stile der Zeit angelegt und werden vonder schönen Adlerfontäne in der Mittelachse zusammengehalten, rings stehen, wie inden frühesten Gärten, die Orangen in tönernen Kübeln (Abb. 279). Eine halbrunde Porti-kus, die an die Frascatische Theateranlage erinnert, mit ein paar Räumen dahinter,bildet den Abschluß; entsprechend den klassizistischen Formen des Hauses ist auchsie ganz einfach und vornehm gehalten. Die dritte tiefste Terrasse liegt hinter derKaffeehaus genannten Portikus. In dieser Anlage, die mit einem Kanal auf ein zweitesEingangstor führt, zeigt sich deutlicher der Einschlag des nordischen Rokokogartens;sie wird später noch betrachtet werden, da sie aus dem Stil des eigentlichen Schmuck-gartens herausfällt. Diesen selbst aber hatte der Kardinal mit den auserlesensten Kunst-werken geschmückt, die Winckelmann ihm zum größten Teil zusammengetragen hatte.Noch heute stehen Hermen und Büsten zum Teil auf hohen Sockeln und Statuen inden grünen, verschnittenen Hecken (Abb. 280). Die hervorragenden antiken Werkesind im Palazzo selbst, dem Kaffeehaus und dem sogenannten Bigliardo (Abb. 281)untergebracht, das letztere, ein kleines Kasino zur Seite des Hauses, ist auf gleicherTerrasse hinter einem Eichenboskett erbaut, wo heute die Büste Winckelmanns auf-gestellt ist. Alle diese Anlagen sind von vornehmer Schlichtheit und Einfachheit: EinKunstwerk, das ganz getreu den heimischen Motiven sich römischen Charakter be-wahrt hat in einer Zeit, wo der französische Geist auch in Italien sich eine Reihe vonSchöpfungen unterwarf. Es scheint, als hätte sich die antike Kunst, in deren Dienst sichzwei Männer wie der Kardinal Albani und Winckelmann gestellt hatten, selbst hierSchale und Rahmen geschaffen, so daß sie alle Neigung zu launischem Spiel undbarockem Übermut auch im einzelnen unterdrückte.

24 Go thein, Gartenkunst I

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