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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Collodi, Villa Garzoni

7. KAP.

Abb. 277

Villa Albani,

Rom,

Gartenallee

im Park

Phot.

In diesen Spätbarockgärten Italiens zeigt sich die letzte Überwindung des Geistesder Abgeschlossenheit, der den mittelalterlichen Garten beherrschte. Der Garten gibt zummindesten in seinem Schmuckteil die letzte Intimität auf, er ist wie ein nach außenaufgehängtes Bild, das zum Beschauen einladet. Ebenso wie in Isola Bella drückt diesenGeist ein anderer Garten Mittelitaliens aus, der sich auch in kaum veränderter Gestaltvon seiner Gründung in der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts bis heute erhaltenhat. Wer hätte nicht, wenn er zuerst an dem großen Eingangstor der Villa Collodi bei

Lucca (Abb. 274) mit einemBlick das seltsam farben-prächtige Bild dieses Gar-tens umfaßte, es mit einemlauten, staunenden Ausdruckder Verwunderung begrüßt(Abb. 275). Ausgebreitetliegt vor uns ein Parterre zuebener Erde, dessen Mitte einsehr großes, rundes Bassinbildet; hohe als geschweifteMauern mit Kugeln undVasen verschnittene Heckenschließen es seitlich ein,bunte Blumenbeete in zier-lichen Arabesken und Buchs-verschnitt in mannigfachsterGestalt blühen ringsumher.Ein zweites langsam anstei-gendes Parterre trägt in derMitte in breiten Streifen denNamenszug und das Wap-pen des Besitzers, in Buchsund verschiedenen buntenSteinen ausgelegt. Hecken,Postamente mit Blumen-vasen und neben den Buchs-gestalten eine Fülle weißerStatuen in barocken Stellungen vervollständigen den Schmuck. Darüber türmt sich derGarten in fünf schmalen steilen Terrassen. Ähnlich wie in Villa d'Este ist die Mittelachsedurch Nischen- und Grottenschmuck bezeichnet. Futtermauern und regelmäßige Ram-pentreppen sind mit Balustraden gesäumt und zeigen überreichen Figurenschmuck, AlsBekrönung des Ganzen stürzt eine schäumende, glitzernde Wassertreppe hernieder,zwei weibliche Gestalten, Lucca und Firenze, stehen oben, während unten zwei Schwänedas Wasser in ein Bassin speien. Über der Treppe ist nochmals ein großes Wasserbecken,an dessen oberstem Ende eine kolossale schwebende Fama wie aus dem Waldesdickichthervoreilt und aus ihrem Schallhorn einen Wasserstrahl in das Becken ergießt. Kein ein-ziger unverschnittener hoher Baum ist zugelassen. Die schmalen Terrassen sind überall