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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Villa Corsini Frascativillen

KAP.

ihren Brunnen am Schluß des Gartens, wo er zum Janiculus ansteigt. Diese Wasser-treppe, ursprünglich genau auf die Mittelachse des alten Kasino gerichtet, liegt heuteseitlich vom Hause, was Fuga sehr geschickt durch eine etwas schräge Stellung derFassade gemildert hat 168 . Der ganzeAufbau dieses Gartenabschlusses ist äußerst vornehmund imponierend: mächtige Rampentreppen führen bis zur dritten Terrasse hinauf,erst hier werden sie von der Wassertreppe unterbrochen, die ein Springbrunnen krönt;vom Hause besonders ein höchst bedeutender Anblick. Genauere Untersuchungen zeig-ten mir, daß auch zur Seite dieser Treppe sich Spuren von Terrassenanlagen erhaltenhaben. Ob freilich Montaigne schon diese ganze Anlage gesehen hat er schildert sienicht näher läßt sich mit Gewißheit nicht sagen. Der architektonische Aufbau sowohlwie die Reste der Skulpturen weisen auf eine spätere Zeit. Erst im letzten Jahrzehnt desXVI. Jahrhunderts finden wir sonst ähnliche Anlagen. Die Erbauung der Villa Riariowird aber wohl auf Julius IL, wenn nicht auf Sixtus IV., zurückzudatieren sein, sodaß die erste Anlage zum mindesten für uns ganz verloren ist.

Die Stadtvillen Roms im XVI. Jahrhundert haben doch immer den Nachteil einergroßen Raumbeschränkung, die eine Entfaltung im großen Stil nur selten zuließ. Kir-chen, Stadtmauern, alte Straßenzüge, ja antike Fundamente waren zu berücksichtigen,und es gehörte schon ein von so mächtigen Impulsen geleiteter Mann wie Sixtus V. dazu,um alle diese Motive seinem großzügigen Gartenplan unterzuordnen.Wenn du aberetwas ganz Wunderbares sehen willst, so gehe aus Rom heraus nach Tusculum, jetztFrascati", so rät das Reisehandbuch Sprengers, eines Frankfurters 169 . Auch die moder-nen Römer hatten das vielbesungene Tusculum, wo Cicero so gerne weilte, mit seinenBerghängen voll üppiger Vegetation und unerschöpflichem Wasserreichtum, mitseinen herrlichen Blicken auf Rom und weiter bis an das Meer, wiedergefunden.Auch sie wollten sich dort von allem Staube und aller Aufregung der Weltstadt er-holen. Es war in der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts, als Sprenger die Villenbesuchte und beschrieb. Frascati muß damals einen wunderbaren Anblick gebotenhaben, noch den im Altertum übertreffend. Ein Stich jener Zeit gibt aus der Vogel-schau einen Gesamtüberblick des Ortes. Alle Villen, die heute noch, wenn auch mei-stens in ihren Gärten verfallen und zerstört, existieren, sind damals fertig, alle noch inihrem Glänze, und doch weit genug angewachsen, um ihre höchste Schönheit im Zu-sammenhang von Natur und Kunst zu zeigen. Die frühesten Anlagen gehören nochdem XVI. Jahrhundert an. Doch sind diese Schöpfungen, wie die Villa Falconieri, LaRulina genannt (Abb. 240), und die heutige Villa Lancelotti, im XVII. und XVIII.Jahrhundert so umgebaut worden, daß ihre jetzige Gestalt, sowohl was Haus wie Gar-ten betrifft, gerade zu den spätesten gehört. Die Villen Frascatis entstanden also inallem Wesentlichen in der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. In diesen Palästenund Gärten drängt sich mehr noch als in den römischen das stolze Machtgefühl derKardinalnepoten der Päpste der Gegenreformation zusammen. Der größere Teil ist vonden Nepoten während der Regierungszeit ihrer Oheime erbaut. Es ist nicht zu viel be-hauptet, daß in dieser Zeit die Gartenkunst nächst dem Kirchenbau die führende Kunstwird. Die Stadtpaläste Roms aus den ersten Jahrzehnten des XVII. Jahrhundertsimponieren durch ihre Größe, sie werden aber auch mehr und mehr einförmig, im Ganzenwie in den Details. Welch eine unerschöpfliche Vielseitigkeit entfaltet dagegen unsereKunst in den Gebäuden sowohl, wie in der Anlage der Gärten bis in das kleinste Detail