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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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7. KAP.

Giardino Boboli

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12 Braccia (etwa 6 m) Durchmesser herbeizuschaffen, der als Brunnenschale im Pratodes Palazzo Pitti seine Aufstellung erhalten sollte 127 . Vasari behauptet auch, Tribolohabe die ganze Einteilung des Berges, wie er besteht, gemacht, alle Dinge an ihren rech-ten Ort mit gutem Urteil anordnend, wenn auch einige Sachen seitdem verändert wordenseien. Da jedoch Tribolo gleich nach seiner Rückkehr aus Elba 1550 starb, kann voneiner Ausführung nicht die Rede sein. Durch seinen Tod wurde nicht nur die Voll-endung von Castello aufgehalten, sondern auch alle Arbeiten im Palazzo Pitti zurück-gedrängt. Erst 1558 beginnt Ammanati energisch den Bau des Hofes und der Garten-fassade (Abb. 216), und auch erst damals kann der Garten wirklich angelegt worden sein(Abb. 217). Er zerfällt in zwei deutlich geschiedene Teile. Der Hauptteil entfaltet sichin einer Talmulde, die sich in der Hauptachse des Ammanatihofes bis zur Stadtmaueremporzieht. Der Hof, den die Gartenfassade umschließt, ist vertieft, seine Dimensionensollten eine Kundgebung mediceischer Macht sein: den Palast der Strozzi konnte er insich aufnehmen. In der Trennungsterrasse nach dem Garten liegt eine Grotte mit Statuenund Wasserwerken, einst noch durch mechanische Überraschungen belebt. Darüber aufbreitem Altane ist ein schöner Brunnen mit kleiner Kaskade angelegt (Abb. 218), da-hinter liegt, wenig höher als der Hof, das Amphitheater 128 (Abb. 219). Es ist ein Pratowie in Pratolino und setzt sich in der ganzen Breite des Hofes fort. Die ringsum aufstei-genden Sitzplätze sind oben und unten von Balustraden gesäumt; auf der oberen stehenin regelmäßigen Abständen Nischen mit Statuen, die ursprünglich ganz in die grüneHecke dahinter eingeschnitten waren. Dem entsprachen früher in der Stützmauer untenNischen zwischen Säulen; ob dahinter Grotten lagen, ist nur zu vermuten 129 . Ein Platzfür ritterliche Spiele war dieses Prato; mehrere Stiche Della Bellas zeigen es in dieser Be-stimmung bei den Vermählungsfeierlichkeiten von 1628 130 . Buontalenti wird als Künstlerdieser Anlage genannt, eine Ähnlichkeit mit dem weit einfacheren Prato in Pratolino ist un-verkennbar, doch hat er jedenfalls in engster Fühlung mit Ammanati geschaffen, da sichdieser 1568 mit Vorschlägen für die Bepflanzung beschäftigt hat. Von dem tief einge-schnittenen Platze des Amphitheaters erhebt sich das Gelände, ziemlich steil in mehrerenTerrassen aufsteigend, doch sind auch hier diese Terrassen nicht in römischem Sinneausgenutzt. Und mehr noch, das Bild der heutigen Anlage scheint hier durchaus eineKaskade zu verlangen, die, von dem großen Brunnen der zweiten Terrasse ausgehend,unten in einem ovalen Becken endete. Statt dessen zeigt sich jetzt ein kahler Rasen-streifen, und auch die untere beckenartige Höhlung ist mit Rasen bepflanzt. IrgendeineNachricht, daß etwa eine Kaskade oder Wassertreppe geplant oder gar angelegt gewesen,haben wir nicht 131 . Den Brunnen auf der Höhe sollLorenzo Stoldo nach einem Neptuns-wagen im Triumphzuge des großen Festes von 1565 gemeißelt haben, bald danach, vor1568, ist er aufgestellt worden (Abb. 220): Der Gott Neptun steht inmitten eines großenBassins, das jetzt die ganze Breite der Terrasse ausfüllt, auf einem Felsen, mit dem Drei-zack nach einem Fisch stechend, während Seegötter sich in den Höhlungen bergen.Heute erheben sich um das Bassin amphitheatralisch aufsteigend mehrere Grasterrassen.Ursprünglich aber muß die Brunnenterrasse größer gewesen sein, so daß Beete mitwohlriechenden Blumen, mit Buchseinfassung und verschnittenen Bäumchen, als an-mutiges Parterre sie umgeben konnten. Dahinter war am Berge eine Nische vom Palastaus sichtbar, mit dem Wappen der Medici geschmückt. Aus der Futtermauer floß Wasseraus Röhrchen zwischen Risaliten in einen Kanal, den zwölf steinerne Hunde be-

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