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Villa Lunte, Bagnaja
7. KAP.
Das Parterre der untersten Terrasse ist sehr prunkvoll gebildet. Von der Stadt ist esdurch eine hohe Mauer mit Torhaus abgeschlossen, ein großes schmiedeeisernes Gittergestattet den Einblick. Die Mitte des Parterres nimmt beherrschend ein Brunnen ein,vier balustradenumsäumte, quadratische Wasserbassins umschließen mit ihren ab-gerundeten Ecken ein kreisförmiges Becken; in der Mitte desselben halten vier nackteJünglinge das Wappen der Montalto, drei Berge mit einem Stern darüber, hoch in denHänden empor. Wie das W T appen zeigt, gehört diese Gruppe erst der Zeit der Montaltosan, Montaigne sieht hier statt dessen eine Wasserpyramide, die ihr Wasser bald hoch baldniedrig wirft; in den vier Bassins sind vier Schiffchen angebracht, in denen zu Mon-
Abb. 202
Villa Lante,
Bagnaja,
frühester Stich
Nach Laurns
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taignes Entzücken vier Musketiere Wasser auf die Pyramide schießen oder es mit vielGeräusch durch ihre Trompete blasen (Abb. 203). Heute sind die Schiffchen mit Blumenbefrachtet, unter denen sich kleine unkenntliche Gestalten bergen. Das übrige Parterrehatte regelmäßige Beete, die von niederen Holzlattenzäunen umgeben sind. Die Ein-fassung durch Hecken, wie wir sie heute sehen, war damals zwar nicht unbekannt,doch allgemein gebräuchlich wird sie erst von der Mitte des XVII. Jahrhunderts an.Von diesem Parterre steigt der Garten in nicht sehr steilen Terrassen empor. Derschräge Hang zwischen den Wohnhäusern hat wohl immer, wie noch heute, Namen undWappen des Hausherrn in Buchs getragen. Auf der Terrasse hinter den Häusern,die hier einstöckig sind, fängt der Schatten an, der dem Parterre ganz fehlt. Zweibrunnengeschmückte Kastanienwäldchen liegen zu beiden Seiten. Die Futtermauer,die die nächste Erdstufe stützt, ist je mit zweistöckigen Säulenreihen geschmückt, dieoberen wurden als Vogelhäuser benutzt. Die Mitte aber ist für einen Brunnen freigehal-ten, der in einer Fülle von Strahlen, Fällen und Stufen das Wasser herabsendet. Die