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Villa Lante, Bagnaja
7. KAP.
Dem Baumeister war hier eine Aufgabe gestellt, nicht unähnlich der in den ortiFarnesiani. Die Villa mußte allerdings wirklich ein Wohnplatz werden, da sie nicht wiejene inmitten der Großstadt, sondern bei einem kleinen Landstadtchen liegt. Dochglaubte der Baumeister vielleicht den Charakter des Sommerlich-Ländlichen bessar zubewahren, wenn er dem Gebäude den Schein dominierender Pracht nahm, den einfürstlicher Wohnsitz verlangte. So teilte er es in zwei Wohnpavillons, die, wenn auchan bedeutendster Stelle des Gartens errichtet, diesem doch den Vorzug ließen, sich inununterbrochener Linie zu entfalten (Abb. 201). Von einem geschmückten Parterresteigt er empor bis zu den höchsten, in das Walddickicht eingeschnittenen oberenTerrassen: ein unschätzbarer Vorteil, besonders für die Entwicklung der Wasserkunst,worin Villa Lante fast einzig dasteht. Die beiden Casini sind auf der ersten Terrasse anbeide Seiten des Gartens gerückt, das Parterre überschauend, auf das als ihr Unterbausich eine Pfeilerloggia öffnet. Sie sind in einfach edlen Formen gehalten, die durch einen
.466. 200,Villa Lante,Bagnaja,Grundriß
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gewissen Ernst und die Wuchtigkeit ihres Ausdrucks außerordentlich gut in ihrer Wirkungberechnet sind. Eine größere Zierlichkeit, offene Loggien des Obergeschosses, hättesie zu sehr zu reinen Gartenpavillons herabgedrückt, während ihnen nun der Charaktervon Wohnhäusern völlig gewahrt bleibt.
Die erste Erwähnung und Schilderung des Gartens gibt Montaigne 108 . Er sieht die Villaim Jahre 1580, als sie noch Eigentum des Kardinals Gambara ist. Damals war erst einesder Casini gebaut, daß aber von Anbeginn gleich zwei geplant waren, steht außer Zweifel,da schon Montaigne die ganze W T asseranlage, die die Mittelachse des Gartens bildet, bisauf unwesentliche Veränderungen angelegt fand. Montaigne, der die Villa besonders limdes schönen klaren Wassers ihrer Brunnen preist, stellt sie deshalb sogar über Villa d'Este.Er findet einen Brunnenmeister ,,M. Thomas de Sienne" hier beschäftigt, nachdem seinerfindungsreicher Kopf, wie Montaigne mitteilt, vorher für die Villa d'Este beschäftigtworden war.
Bald nachdem Montaigne die noch junge Schöpfung gesehen hatte, erwarb sie derNepot SixtusV., der Kardinal Montalto, und noch zu Lebzeiten dieses Kardinals wurdeder früheste Stich angefertigt (Abb. 202), der beide Wohnpavillons und den Garten inseiner Vollendung zeigt, in dem gleichen Umfange, wie er noch heute dank der FamilieLante, die ihn seit Jahrhunderten bewohnt, in seltener Erhaltung besteht.